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Johannes Holst: Torpedoboot A 19, Öl auf Leinwand auf Karton, 47 x 37 cm, 1916 © Erbengemeinschaft Johannes Holst, Foto: A. Ginsburg

Torpedoboot A 19 von Johannes Holst

Das Bild “Torpedoboot A 19” von Johannes Holst gehört zu den wenigen Werken des Marinemalers, die einen Bezug zur Militärmarine haben. Weitere Hintergründe dazu erklärt Kuratorin Petra Giebel im folgenden Text.

Torpedoboot A 19 von Johannes Holst, Öl auf Leinwand auf Karton, 47 x 37 cm, 1916 © Erbengemeinschaft Johannes Holst, Foto: A. Ginsburg
Johannes Holst: Torpedoboot A 19, Öl auf Leinwand auf Karton, 47 x 37 cm, 1916 © Erbengemeinschaft Johannes Holst, Foto: A. Ginsburg

In diesem Gemälde hat Holst das Torpedoboot A19 der Kaiserlichen Marine dargestellt. Das Küstentorpedoboot war ein speziell für den Einsatz vor Flandern während des Ersten Weltkriegs konzipierter deutscher Torpedobootstyp, daher wird es auch Flandern-Boot genannt. Es sollte auch als schnelles Minensuchboot und Geleitfahrzeug einsetzbar sein. Gebaut wurde es 1915 in Hamburg bei der AG Vulkan, es sank während eines Gefechtes im März 1918 durch Artilleriefeuer britischer Zerstörer unter Verlust von 19 Mann. Holst platziert es inmitten einer eindrucksvoll aufgewühlten See – der starke seitliche Wind wird auch durch den fast waagerechten Rauch deutlich.

Wie Autor König in seiner Publikation über Holst feststellt*, ergibt die Auswertung des Werkverzeichnisses mit über 1400 Bildern, dass Gemälde mit Kriegsschiffen weniger als ein Prozent von Holsts Werk ausmachen und dass die Kriegsschiffe dann jeweils alleine im Fokus des Gemäldes stehen und nicht in unmittelbare Kriegsgeschehnisse verwickelt sind. Hiermit steht Holst im Gegensatz zu anderen Marinemalern seiner Zeit wie Hans Bohrdt, Willy Stöwer oder Claus Bergen, deren Werke häufig zu einer Verherrlichung der kaiserlichen Flotte beitrugen.

Johannes Holst war während des ersten Weltkriegs in Frankreich eingesetzt, wo er die Bewegungen der französischen Stellungen täglich in Karten eintragen musste. Die Aufgabe ließ ihm glücklicherweise auch Zeit für seine künstlerischen Arbeiten: in der Sonderausstellung werden neben diesem Ölgemälde auch vier Bleistiftzeichnungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs gezeigt. Bei diesen Werken handelt es sich um Leihgaben aus einer Berliner Privatsammlung, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

*König, Walter: Johannes Holst – Maler der See, 2019, Koehler im Maximilian Verlag, S. 24.


Die Sonderausstellung “Johannes Holst – Maler der See” wurde in Kooperation mit dem Koehler im Maximilian Verlag und der Galerie Deichstraße vorbereitet. Sie findet von 7. Mai bis zum 16. August 2020 auf Deck 1 statt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.


Cover des Buches "Johannes Holst - Maler der See" (Koehlers Verlagsgesellschaft) von Walter König.

Das Buch zur Ausstellung „Johannes Holst – Maler der See“ (2019, Koehler) wurde von Walter König verfasst und ist im Museumshop und Online erhältlich.


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