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Fischdampfer Aachen

Steam trawler Aachen. This detailed model in a scale of 1:33 stands as part of our exhibition about the history of modern fisheries on deck 7 of the museum.

Fischdampfer Aachen. Das detailgetreue Modell im Maßstab 1:33 steht als Teil unserer Ausstellung über die Geschichte der modernen Fischerei auf Deck 7 des Museums. 


Die „Aachen“ war ein Fischdampfer, der 1896 auf der Bremer Vulkan-Werft gebaut wurde. Sie und 22 weitere Hochseefischereidampfer gehörten zur ursprünglichen Flotte der Deutschen Dampffischerei-Gesellschaft „Nordsee“, die in jenem Jahr in Bremen gegründet worden war. Die Gesellschaft war ein Zusammenschluss kleinerer Unternehmen, die in allen Bereichen der Fischerei tätig waren: vom Fang auf See bis zum Verkauf der Produkte direkt an den Kunden. Die ursprünglichen Fischerboote waren alle nach Städten im deutschen Binnenland benannt. Dies diente dazu, den Verkauf von Fisch in diesen Städten anzukündigen. Das Unternehmen schuf ein komplexes, aber gut funktionierendes Logistiksystem für seinen Betrieb. In der Stadt Nordenham wurde ein neuer Fischereihafen ausschließlich für ihre Flotte gebaut. Von dort aus fuhren die Fischer mit dem Schiff auf die Nordsee, um ihren Fang zu holen. Der Fisch wurde dann mit der firmeneigenen Eisenbahn in Eiswaggons durch ganz Deutschland transportiert, um in den firmeneigenen Geschäften verkauft zu werden. Bevor es die Technik gab, das Eis zur Konservierung des Fisches industriell herzustellen, ließ die „Nordsee“ es per Schiff aus Norwegen importieren. Die Firma legte großen Wert darauf, alle Aspekte ihres Geschäfts zu kontrollieren und technologisch auf dem neuesten Stand zu bleiben, um so effizient wie möglich zu sein. Das Konzept funktionierte sehr gut, und das Unternehmen expandierte schnell und fischte bald auch in anderen Gewässern als in der Nordsee, von der es seinen Namen hat. Diese Erweiterung war nicht nur auf eine höhere Nachfrage zurückzuführen, sondern auch darauf, dass die Nordsee zu Beginn des 20. Jahrhunderts Anzeichen von Überfischung aufwies. Vor dem Ersten Weltkrieg war die Gesellschaft das größte Fischereiunternehmen der Welt. Die „Nordsee“ hat Krisen und Kriege überstanden, und der sichtbarste Teil des Unternehmens ist die Kette von Schnellrestaurants, die noch heute ihren Namen trägt. Es gibt Hunderte von ihnen in Deutschland und einigen Nachbarländern. Die Nordsee-Läden sind heute die größte deutsche Fast-Food-Kette.

Das Schicksal der „Aachen“ war leider nicht so rosig wie das des Unternehmens, dem sie gehörte: Am 2. Dezember 1898 wurde sie zehn Seemeilen nördlich der Insel Helgoland zum letzten Mal gesehen. Danach hat man nie wieder etwas von Schiff und Besatzung gehört. 

Das detailgetreue Modell im Maßstab 1:33 steht als Teil unserer Ausstellung über die Geschichte der modernen Fischerei auf Deck 7 des Museums.