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Reederin Lucy Borchard

Entrepreneur Lucy Borchard. The outstanding Hamburger shipping entrepreneur Lucy Borchard (1877-1969). The pictures are digitalized building schematics of one of the several ships that have been named after her.

Reederin Lucy Borchard. Lucy Borchard (1877-1969) war eine herausragende Hamburger Reedereiunternehmerin. Die Bilder zeigen digitalisierte Baupläne eines der vielen Schiffe, die nach ihr benannt wurden.


Lucy Borchard (1877-1969) war eine herausragende Hamburger Reedereiunternehmerin. Die Bilder zeigen digitalisierte Baupläne eines der vielen Schiffe, die nach ihr benannt wurden.

Lucy Borchard arbeitete als Lehrerin, bis sie 1902 den Schifffahrtskaufmann Richard Borchardt heiratete. Drei Jahre später wandelte ihr Mann sein Unternehmen in die Fairplay-Schleppschifffahrtsgesellschaft um. Als Richard Borchard während des Ersten Weltkriegs zur Marine ging, übernahm Lucy Borchardt erfolgreich die Leitung des Unternehmens. Sie blieb auch nach dem Krieg eng in das erfolgreiche Schleppergeschäft eingebunden, und 1924 wurde ihre Familie alleinige Eigentümerin von Fairplay. Nach dem Tod von Richard im Jahr 1930 wurde Lucy Direktorin des Unternehmens. Da Lucy Borchard selbst Jüdin war, nutzte sie Fairplay, um Juden bei der Flucht vor dem wachsenden Antisemitismus, mit dem sie in Deutschland konfrontiert waren, zu helfen. Sie umging geschickt die rassistischen Gesetze und verschaffte jüdischen Bürgern Hamburgs maritime Arbeitsplätze, die es ihnen ermöglichten, nach Palästina auszuwandern und der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen. Sie nutzte ihre internationalen Verbindungen, um dem Druck zu widerstehen, den die Nazis auf ein Unternehmen ausübten, das sie als „nicht-arisch“ betrachteten. Bevor die Nazis ihr Unternehmen enteignen konnten, gelang es ihr 1938, es in eine Stiftung umzuwandeln, die von den Arbeitnehmern kontrolliert wurde, bei denen sie größten Respekt und Sympathie genoss. Sie konnte 3 Schiffe ihres Unternehmens behalten und ging ins Exil nach Großbritannien. 1940 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen und die Schiffe ihrer Firma, die sich noch in Hamburg befanden, gingen in den Besitz der Kriegsmarine über. Im Exila gründete Lucy Borchard die Fairplay Towage & Shipping Co. Ltd.,  London. Sie kehrte nie nach Deutschland zurück, aber ihr Sohn Kurt tat dies 1947. Ihm gelang es 1950, die deutsche Niederlassung des Unternehmens wieder aufzubauen. Er wurde Direktor in Deutschland, während Lucy weiterhin die britische Niederlassung in London leitete. Die Fairplay Towage Group hat ihren Sitz immer noch in Hamburg und ist ein internationaler Akteur im Schleppergeschäft.