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1. November 2018

Albert Ballin: Unternehmer

Der Unternehmergeist von Albert Ballin machte aus dem 8. Sohn einer armen jüdischen Familie aus Hamburg einen der bedeutendsten Reeder der deutschen Geschichte. Die Sonderausstellung, die das Internationale Maritimes Museum Hamburg ab dem 9. November zeigt, porträtiert seine beeindruckende Karriere mit noch nie gezeigten Exponaten aus dem privaten Nachlass Albert Ballins.

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Das erste Kreuzfahrtschiff der Welt: HAPAGs “Prinzessin Victoria Luise”.

Unternehmerisches Talent

Albert Ballin ist 17 Jahre alt, als er nach dem Tod seines Vaters eine Stelle in der Auswanderer-Agentur Morris & Co. übernimmt. Sechs Jahre später, 1882, wickelt die Firma bereits 17% aller Passagierfahrten mit Auswanderern ab, die Hamburg Richtung USA verlassen. Kurze Zeit später arbeitet Ballins Firma für die Reederei Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, der HAPAG. 1886 leitet Ballin die Passagier-Abteilung der Reederei, 1888 wird er in den Vorstand berufen. Nur ein Jahr später wird Albert Ballin Generaldirektor der HAPAG.

Albert Ballin und die Kreuzfahrt

1891 startet Ballin aus der Not geboren eine Revolution in der Schifffahrtsindustrie. Die Nord-Atlantik Route wird aufgrund des dort herrschenden Wetters im Winter nur selten gebucht. Auf der Suche nach einer wirtschaftlich rentablen Alternative sendet Ballin die “Augusta Victoria” zu einer „Bildungs- und Vergnügungsfahrt“ ins Mittelmeer. Die Idee wird sofort zum großen Erfolg und die Kreuzfahrt-Industrie ist geboren. Im Jahr 1900 schickt die HAPAG das erste als Kreuzfahrer gebaute Schiff der Welt auf Reisen.

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Mensch und Karriere

Die Sonderausstellung “Albert Ballin: Vater, Unternehmer, Visionär” bietet eine neue Perspektive auf die Karriere Ballins. Das Internationale Maritime Museum Hamburg zeigt zum ersten mal und exklusiv Exponate aus dem privaten Nachlass Albert Ballins, der fast ein Jahrhundert auf einem Dachboden in Österreich in Vergessenheit geraten war. Wir möchten uns bei den Eheleuten Ingrid und Heinz Hueber, Ballins direkte Nachfahren, dafür bedanken, dass sie uns den Nachlass zur Verfügung gestellt haben.

Mehr Dazu:

Albert Ballin – Die Sonderausstellung

Albert Ballin – Vater

Die Sonderausstellung ist vom 9. November 2018 bis zum 30. April 2019 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum zu sehen und im Eintrittspreis enthalten.

23. Oktober 2018

Albert Ballin: Vater

Ab dem 9. November zeigt das Internationale Maritime Museum Hamburg erstmalig eine exklusive Ausstellung mit Exponaten aus dem Nachlass von Albert Ballin. Die Sonderausstellung zeichnet ein berührend menschliches Portrait von Albert Ballin, in dem sein Familienleben eine zentrale Rolle spielt.

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Portrait von Irmgard Ballin und Albert Ballins Zwicker (Ballin Sammlung Hueber).

Albert Ballin als Familienmensch

Die historische Relevanz von Albert Ballin ist unumstritten. Sein Wirken als Generaldirektor der HAPAG hat die Geschichte der Schifffahrt geprägt. Selbst die heutige Kreuzfahrt geht auf sein Engagement zurück und erhob die HAPAG zur damals größten Reederei der Welt.

Den beruflichen Erfolg konnte Albert Ballin verwirklichen, ohne seine Familie zu vernachlässigen. Der private Nachlass, den das Internationale Maritime Museum Hamburg zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigt, liefert zahlreiche Beweise dafür. Es sind Bilder aber vor allem Briefe, manchmal humorvoll und immer rührend, die von einer engen und liebevollen Beziehung zu seiner Ehefrau Marianne, und vor allem zur gemeinsamen Adoptivtochter Irmgard zeugen.

Das Leben von Irmgard Ballin

Wir werden wohl nie erfahren, warum Albert seine Tochter liebevoll „Peterchen“ nannte. Es gibt Details in seinem Leben, die undokumentiert geblieben sind. Irmgard wurde 1892 als jüngstes Kind der Landarbeiter-Familie Kirchheim geboren. Das kinderlos gebliebene Ehepaar Ballin adoptierte das Mädchen, als es ein Jahr alt war. Entgegen häufigen Behauptungen, starb die Familie Kirchheim nicht während der Hamburger Choleraepidemie von 1892, sondern emigrierte 1896 nach Argentinien.

Irmgard genießt bei den Ballins eine moderne und weltoffene Erziehung. Sie reist um die Welt und bewegt sich in den höchsten sozialen Kreisen. Ihr öffentliches Leben wird Gegenstand der damaligen „Lifestyle-Presse“. 1910 heiratete sie den Leutnant z.S. Heinz Bielfeld. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. Das scheinbar glückliche Familienleben wird vom Ersten Weltkrieg jäh zerstört. Nur zwei Wochen nach dem Tod ihres Vaters stirbt Irmgard an der Spanischen Grippe.

Mehr Dazu:

Albert Ballin – Die Sonderausstellung

Albert Ballin – Unternehemer

Die Sonderausstellung „Albert Ballin: Vater, Unternehmer, Visionär“ ist vom 9. November 2018 bis zum 30. April 2019 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museums zu sehen und im Eintrittspreis enthalten.