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Gewürze, Tau und sogar hölzerne Schiffsmodelle aus der Zeit der Wikinger sind Teil unseres Seesacks für die "Museum zum Anfassen"-Führungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg.

28. Oktober 2022

Maritimes Museum zum Anfassen

Das Internationale Maritime Museum Hamburg freut sich, an dem vom Museumsdienst Hamburg initiierten Projekt „Museum zum Anfassen“ teilnehmen zu können. Als Teil unseres Ziels, eine inklusive Institution zu werden, haben wir zwei neue Führungen für blinde und seheingeschränkte Menschen entwickelt. Ein erster Test damit ist bereits erfolgreich gelaufen.

Gewürze, Tau und sogar hölzerne Schiffsmodelle aus der Zeit der Wikinger sind Teil unseres Seesacks für die "Museum zum Anfassen"-Führungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Gewürze, Tau und sogar hölzerne Schiffsmodelle aus der Zeit der Wikinger sind Teil unseres Seesacks für die „Museum zum Anfassen“-Führungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg.

Das Projekt „Museum zum Anfassen“

Der allgemeine Ansatz für die Vermittlung von Wissen in Museen ist in der Regel ein visueller. Es gibt jedoch Personengruppen, für die andere Sinneseindrücke, etwa das Berühren von Exponaten, viel besser zur Kommunikation geeignet sind. In den meisten Museen ist dies aus konservatorischen Gründen jedoch nur eingeschränkt möglich. Das Projekt „Museum zum Anfassen“ umgeht dieses Problem, indem es neue Führungskonzepte auf einem „Materialkoffer“ aufbaut. Dieser enthält Objekte, die mit anderen Sinnen als dem des Sehens wahrgenommen werden können und mit denen sich die Inhalte des Museums auf völlig neue Weise erschließen lassen.

Unter dieser Prämisse hat der Museumsdienst Hamburg eine Reihe von Institutionen angefragt, neuartige Führungen zu entwickeln. Bis heute sind bereits 14 dieser Führungen entstanden und können über die Website des Museumsdienstes gebucht werden. Das Internationale Maritime Museum freut sich, mit zwei von ihnen zu diesem Projekt beizutragen. Und das ist erst der Anfang.

Zu den Objekten zum Anfassen gehören auch drei Schiffsminiaturen im Maßstab 1:1250.
Zu den Objekten zum Anfassen gehören auch drei Schiffsminiaturen im Maßstab 1:1250.

Inklusive Führungen im Maritimen Museum

Ab sofort bieten wir unter dem Motto „Museum zum Anfassen“ zwei neue Führungen an. Beide richten sich an blinde und seheingeschränkte Menschen. Während Zielgruppe der einen, ein jüngeres Publikum ist, wurde die andere für Erwachsene konzipiert. In 90 Minuten werden bis zu 6 Teilnehmer und Teilnehmerinnen plus Begleitpersonen durch die verschiedenen Bereiche unseres Museums geführt, die bereits ein taktiles Erlebnis bieten. Ein mitgeführter Seesack enthält mehrere Objekte, welche die Erzählung durch Berührung, Klang und Geruch unterstützen.

Kultuvermitlerin Ulrike Friedrichs entwickelte die Führungenfür unser Museum in engem Kontakt mit Kollegen anderer Museen und des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Hamburg BSVH e.V. VEin erst kürzlich von ihr durchgeführter Testlauf  war ein voller Erfolg – alle Teilnehmer/innen waren begeistert.

Angetrieben von diesem ersten Erfolg sind wir bestrebt, noch viele weitere Menschen unser Museum erleben zu lassen. Ulrike Friedrichs arbeitet derzeit an neuen Führungen, um das Projekt „Museum zum Anfassen“ auf weitere Personengruppen auszuweiten.

Weiter Informationen finden Sie auf der Seite des Museumsdienstes unter:

17. Oktober 2022

Schiffsfotografien im Online Archiv

Die umfangreiche Sammlung von Schiffsfotographien aus unserem Archiv wurde vollständig digitalisiert und in unserem Online-Archiv zugänglich gemacht. Die Kolleginnen und Kollegen der Digitalisierungsabteilung können stolz darauf sein, einen wichtigen Schritt zur Volldigitalisierung des Archivs vollzogen zu haben. Hier sind zwei tolle Beispiele für die Schätze, die sie bearbeitet haben.

Die seawise University, Ex-Wieen Elizabeth brennt in Hong Kong. Eine der Schiffsfotograhien aus den Archiv des Internationalen Maritimen Museum Hamburg.

Schiffsfotografien sind online

Seit Oktober 2022 ist nun der komplette Bestand der digitalisierten Schiffsfotografien in unserem Online-Archiv verfügbar. Insgesamt wurden 52.784 Objekte digitalisiert und neu verzeichnet. Der historische Bestand umfasst überwiegend schwarz-weiß Negativen aus unterschiedlichen zeitlichen Abschnitten.
Fotografien dokumentieren die Zeit, erhalten Ereignisse und können Wissen vermitteln. Anhand von Fotos können beispielweise verschiedene Phasen eines Prozesses analysiert oder auch historische Ereignisse diskutiert werden.

Der Querstapellauf

Nicht nur festliche Stapelläufe werden bildlich festgehalten: Die meisten Stapelläufe sind Längsstapelläufe, die bereits seit der Antike praktiziert werden. Seitliche Querstapelläufe werden erst seit dem 19. Jahrhundert angewendet und sind mit einigen Risiken behaftet. Bei einem Querstapellauf ist der kritische Moment, in dem das Schiff in das Wasser gleitet und von diesem so stark gebremst wird, dass es in eine starke Seitenlage kommt. In der Vergangenheit kam es so schon zu Unfällen, bei denen das Schiff gekentert ist. Die Bilderreihe zeigt den gelungenen Stapellauf der „Etagas“ im Jahr 1988, bei dem der Tanker direkt nach dem Eintauchen von einem Schlepper gebremst wird. Die Etagas wurde von der Schichau Seebeckwerft AG, Bremerhaven, gebaut und vom Stapel gelassen. Sie war ein LPG-Tanker mit einer Kapazität von 8500 TDW. Sie war im Einsatz, bis sie 2016 zur Verschrottung verkauft wurde.

Das tragische Ende der „Seawise University“ ex RMS „Queen Elizabeth“

Ein tragisches Ende nahm das einst größte Passagierschiff RMS „Queen Elizabeth“. Nach der Versteigerung im Jahr 1970 der damals umbenannten „Elizabeth“ ging das Schiff nach Hong Kong und sollte dort umgebaut werden. Dort kam es während der Umbauphase zu einem Brand. Man geht davon aus, dass die „Seawise University“ durch Brandstiftung in Brand geraten ist. Sie ist noch vor Ihrer Fertigstellung zu einer schwimmenden Universität in Hong Kong ausgebrannt und wurde schließlich 1975 verschrottet. Die folgende Bildserie dokumentiert die brennende „Seawise University“ im Hafen von Hong Kong im Jahr 1972 und den Versuch sie zu löschen.

Die Digitalisierung der historischen Bestände im Internationalen Maritimen Museum läuft kontinuierlich weiter und die Bestände im Online-Archiv werden laufend aktualisiert.
Alle Digitalisate aus dem Fotobestand und weiteren Beständen sind im Online-Archiv zu finden unter:

Die Objekte werden zusätzlich in der Deutschen Digitalen Bibliothek online recherchierbar sein:


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