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ohannes Holst: Seestück – Anatomie einer Welle, sign. u. li. rot „Joh’s. Holst, 1913“, Öl auf Leinwand, 150 x 100 cm (© Erbengemeinschaft Johannes Holst)

14. Mai 2020

Johannes Holst – Maler der See

Der Titel der aktuellen Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg, “Johannes Holst – Maler der See”, kommt nicht von ungefähr. Denn die See selbst ist die Protagonistin der Werke des Hamburger Marinemalers. Dieser kurze Artikel ist der erste in einer Reihe, in der Kuratorin Petra Giebel ausgewählte Gemälde und Exponate der Sonderausstellung näher beleuchtet.

Johannes Holst: Seestück – Anatomie einer Welle, sign. u. li. rot „Joh’s. Holst, 1913“, Öl auf Leinwand, 150 x 100 cm (© Erbengemeinschaft Johannes Holst)
Johannes Holst: Seestück – Anatomie einer Welle, sign. u. li. rot „Joh’s. Holst, 1913“, Öl auf Leinwand, 150 x 100 cm (© Erbengemeinschaft Johannes Holst)

In dem großartigen Gemälde „Seestück – Anatomie einer Welle“ nimmt Johannes Holst uns mit hinaus auf die See. Eindrucksvoll hat er das elementare Schauspiel von Wellen und Wogen, von Licht und Schatten auf Leinwand gebannt. Die Darstellung dieser unmittelbaren, kraftvollen Präsenz des Meeres, seiner Unendlichkeit und Energie, zieht den Betrachter in den Bann. Es war eines der Lieblingsbilder von Peter Tamm sen., der über dieses Bild schrieb: „Wer es betrachtet, hört das mächtige Rauschen des Atlantiks, spürt das Schwanken der Schiffsplanken unter seinen Füßen und fühlt sich angesichts dieser Naturgewalt plötzlich ganz klein.“* Um dieses Spiel der Elemente möglichst authentisch darzustellen, fertigte Holst zu Studienzwecken unzählige Wasser- und Wolkenaufnahmen mit seiner Leica Kamera an.

Zu den Vorbildern von Johannes Holst gehörten vor allem der dänische Maler Anton Melbye (1818-1875) sowie der Hamburger Maler Hugo Schnars-Alquist (1855-1939), von dem sich deutliche Einflüsse hinsichtlich des Duktus und Farbauftrags bei der Darstellung des Wassers zeigen – auch Schnars-Alquist machte das reine Seestück oft zum Thema seiner Gemälde.

Rund 70 dieser reinen Seestücke sind von Johannes Holst bekannt, weitere bedeutende Themen im Werk von Holst sind die Kutter und Ewer seiner Heimat und vor allem die großen Windjammer in meist stürmischer See. Besuchen Sie unsere Sonderausstellung zu Johannes Holst und entdecken Sie die verschiedenen Facetten des großen Marinemalers.

  • Petra Giebel, Mai 2020.

*Kunst mit weitem Horizont – 400 Jahre Marinemalerei, John Nurminen Stiftung, 2003, S.9.


Die Sonderausstellung “Johannes Holst – Maler der See” wurde in Kooperation mit dem Koehler im Maximilian Verlag und der Galerie Deichstraße vorbereitet. Sie findet von 7. Mai bis zum 19. Juli 2020 auf Deck 1 statt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.


Cover des Buches "Johannes Holst - Maler der See" (Koehlers Verlagsgesellschaft) von Walter König.

Das Buch zur Ausstellung „Johannes Holst – Maler der See“ (2019, Koehler) wurde von Walter König verfasst und ist im Museumshop und Online erhältlich.

5. Mai 2020

Die Wiedereröffnung am 7. Mai

Wiedereröffnung des Internationalen Maritimen Museum Hamburg mit Sonderausstellung von Hamburger Marinemaler Johannes Holst am 7. Mai 2020.

Die Wiedereröffnung: das Internationale Maritime Museum Hamburg wieder seine Pforten.

„Alle Mann an Deck“ heißt es am 7. Mai in Hamburgs ältestem Kaispeicher in der Hafencity. Nach rund acht Wochen Zwangspause öffnet das Internationale Maritime Museum Hamburg wieder seine Pforten. Und für alle Freunde der Marinemalerei präsentiert es mit der großen Sonderausstellung »Johannes Holst – Maler der See« gleich einen Leckerbissen.

Museumsvorstand Peter Tamm freut sich über die Wiedereröffnung:

„Die behördlich verordnete Schließung hat uns als privates Museum besonders hart getroffen. Die letzten Wochen waren schwer, aber unser Museum präsentiert sich zur Wiedereröffnung in neuem Glanz. Wir haben Schönheitsreparaturen und Reinigungsarbeiten vorgenommen und auf vielen Decks warten neue Exponate auf hoffentlich viele begeisterte Besucher.“

Titelbild der Sonderausstellung "Johannes Holst - Maler der See" im Internationalen Maritimen Museum Hamburg. Vollschiff SIAM, erbaut 1889 bei Lange in Bremen-Vegesack für Cordes & Co., Bremen, eingesetzt in der Ranggonfahrt. Holst Zeigt hier, wie bei zunehmendem Wind das Vor-Bramsegel geborgen wirdund der Steuermann Mühe hat, Kurs zu halten (Rangoon war die Hauptstadt der früheren Burm, heute Myanmar). Öl auf Leinwand, 1936. Privatbesitz.
Die Sonderausstellung “Johannes Holst – Maler der See” ist ab der Wiedereröffnung am 7. Mai auf Deck 1.

Klar Schiff auf allen Decks

Für die Crew der ehrenamtlichen Mitarbeiter hieß es nach der Schließung aus Vorsorgegründen „Wir bleiben Zuhause“. Die Kernmannschaft hatte dagegen viel zu tun. Alle Arbeiten, die sonst den Besucherverkehr beeinträchtigen können, wurden vorgezogen. Auf allen Decks wurden Vitrinen geöffnet und schwere Glashauben von den wertvollen Exponaten gehoben, damit sie gereinigt werden können. Das Team der Kuratoren hat neue Sonderausstellungen vorbereitet und mehrsprachige Besucherinformationen erarbeitet. Außerdem wurden im Eingangsbereich Umbauten vorgenommen um den Corona-Auflagen gerecht zu werden und den Gästen einen sicheren Museumsbesuch zu ermöglichen.

Soziale Medien stark genutzt

Um den Kontakt der Museums-Fans zu halten, setzte das Maritime Museum verstärkt auf die sozialen Medien. Vor allem über Facebook und Instagram wurden viele Menschen erreicht. Hinzu kommt die sehr hohe Interaktion mit den Posts des Museums. Die “Likes” und Kommentare sind überdurchschnittlich zahlreich – und international. Fast täglich wurden Objekte der Sammlung mit den dazugehörigen Fakten aus der maritimen Geschichte präsentiert. Zwei Online-Führungen in deutscher und englischer Sprache hatten über 45.000 Aufrufe.

Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 18.00 Uhr