IMMH

12. Juni 2018

Die “Peking” – im Dockschiff über den Atlantik: die Sonderausstellung

Die historische stählerne Viermastbark “Peking” hat zum ersten mal seit 1932 die Elbe erreicht. Als  eine der letzten noch erhaltenen Flying P-Liner soll sie künftig das Flaggschiff des neuen Hafenmuseums in Hamburg sein. Doch erst musste die alte Hamburgerin ein letztes Mal den Atlantik überqueren. Das Internationale Maritime Museum Hamburg widmet der letzten Reise der “Peking” eine Sonderausstellung: Imposante Fotos von Jan Sieg werden zusammen mit Originalexponaten und historischen Dokumenten zwischen dem 14. Juni und 31. August 2018 auf Deck 1 präsentiert.

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“F L” auf der Galionsfigur der Peking steht für die Reederei F. Laeisz.

40 Jahre lag die “Peking” als Museumsschiff vor Manhattan in New York. Wirtschaftliche Schwierigkeiten zwangen das South Street Seaport-Museum, die historische Bark zum Verkauf anzubieten, doch über Jahre fand sich kein Käufer. Schließlich bot das Museum die “Peking” als Geschenk an.

Ein Teil der Förderung für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums in Hamburg war für Ankauf, Überführung und Restaurierung der “Peking” bestimmt, die zum zentralen Schauobjekt des Museums werden soll. Die Umsetzung der hiermit verbundenen Aufgaben wurde an die Stiftung Hamburg Maritim delegiert. Seit 2016 ist sie die Eigentümerin der “Peking” und verantwortlich für die Restaurierung des Schiffes. Die Kosten für die Überführung per Dockschiff und die Restaurierung der “Peking” belaufen sich auf rund 26 Mio. Euro.

Den Transport quer über den Atlantik übernahm die Combidock III der Reederei Harren & Partner. In elf Tagen von New York nach Hamburg, sicher gelascht und gepallt im Bauch des Dockschiffes – die letzte große Seereise des legendären Flying-P-Liners “Peking”.

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Die “Peking”

Die “Peking” wurde als stählerne Viermastbark mit einer Länge von 115 Metern von der Hamburger Reederei Blohm + Voss gebaut und lief dort am 25. Februar 1911 vom Stapel. Sie ist damals eines der größten Segelschiffe der Welt. Der Frachtsegler wurde im Salpeterhandel auf der Route Hamburg-Chile-Hamburg eingesetzt. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird die “Peking” in Valparaíso festgesetzt und bleibt dort bis 1920 liegen. Nach Kriegsende segelt der Windjammer von Chile zunächst nach London und wird 1921 als Reparationsleistung nach Italien ausgeliefert. Zwei Jahre später kauft die Reederei den Frachtsegler zurück und setzt ihn wieder in der Salpeterfahrt ein. Insgesamt 34 Mal umfuhr die “Peking” auf ihren Fahrten Kap Hoorn.

Aufgrund der Weltwirtschaftskrise verkaufte Laeisz das Schiff im September 1932 an die Shaftesbury Homes and Arethuse Training Ship Co., London. Bis 1974 lag die stählerne Bark unter dem neuen Namen Aarethusa als Internatsschiff auf dem Medway bei Upnor in der Nähe von Rochester.

1974 erfolgte die Schlepper-Überführung in die USA. Das South Street Seaport-Museum gab der stolzen Hamburgerin ihren ursprünglichen Namen zurück. Zur 200-Jahr-Feier der Unabhängigkeit 1976 nahm die “Peking” voll aufgetakelt als Museumsschiff ihren prominenten Liegeplatz an der Pier 16 in Manhattan ein.

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Die Combi Dock III als Modell im Maßstab 1:100 in die Ausstellung.

Im Dockschiff über den Atlantik

Die Rückkehr der “Peking” ist eine lange Geschichte. Auch für die Bremer Reedereigruppe Harren & Partner, die den historischen Viermaster von New York zurück an die Elbe brachte. „Wir haben mehr als zehn Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Ein Schiff dieser Größe und dieses Alters über den Atlantik zu transportieren, ist etwas ganz Besonderes“, erklärt Geschäftsführer Heiko Felderhoff.

115,50 Meter lang, 3.700 Tonnen schwer, 106 Jahre alt – und in einem ziemlich bescheidenden Zustand. Mehr als vier Jahrzehnte lang hatte die “Peking” im South Street Seaport in Manhattan gelegen. Ernsthafte Reparaturen wurden in all den Jahren nicht vorgenommen. Das Schiff verrostete und verfaulte regelrecht.

Die Ingenieure und Kapitäne der Reederei konzipierten ein ausgefeiltes Transportkonzept. Die Lösung: die Combi Dock III. Ein 169,40 Meter langes Spezial-Dockschiff, das auch schwimmende Objekte laden kann. Am 14. Juli 2017 nimmt die Combi Dock III die “Peking” „huckepack“: Zunächst pumpt das Dockschiff rund 16.000 Tonnen Wasser in seine Tanks, sinkt so um 6,60 Meter ab. Der Laderaum füllt sich mit Wasser. Zwei Schlepper helfen dabei, die “Peking” einzuschwimmen und zentimetergenau auf den mehr als 200 Mittelkielpallen zu platzieren. Anschließend wird das Wasser aus den Tanks gepumpt, die “Peking” steht wie in einem Trocken-Dock. Drei Tage dauert es, die Viermastbark zu „laschen“: An mehr als 125 Punkten wird der historische Segler fixiert. Dann geht es für die Peking zurück nach Hause, zum letzten Mal über den Atlantik. Das Wetter spielt mit, die Überfahrt dauert elf Tage.

Am 30. Juli erreichen die beiden Schiffe Brunsbüttel. Alle Befestigungen werden gelöst, die Combi Dock III senkt sich erneut ab – die “Peking” schwimmt wieder auf der Elbe. Zum ersten Mal seit 1932.

Der Fotograf

Jan Sieg lebt als freiberuflicher Fotograf in Hamburg und hat sich spezialisiert auf technische Dokumentationen im Bereich der maritimen Wirtschaft. Seine Schwerpunkte umfassen dabei die Themen Schifffahrt, Schiffbau und Sanierung sowie Hafen- und Meerestechnik. An Bord der Combi Dock III dokumentierte er die letzte große Reise der “Peking” von New York nach Deutschland. Schon vor dem Auslaufen konnte er das Traditionsschiff in der Caddell-Werft auf Staaten Island fotografieren.

Eine Auswahl seiner umfangreichen Foto-Dokumentation sehen Sie in dieser Ausstellung. Ausführliche Informationen über den Fotografen, seine Arbeit und weitere Bilder von der “Peking” und anderen Projekten finden Sie auf seiner Website.

 

23. Mai 2018

150 Jahre maritime Dienste

Die neue Sonderausstellung “Über Wasser – Unter Wasser: 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland” erzählt von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Ausstellung wird vom 2. Juni bis 31. August 2018 in Einzelbereichen der Dauerausstellung des Internationalen Maritimen Museum Hamburg gezeigt.

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Alles fing in der Norddeutschen Seewarte an

1868 gründete der Mathematiker und Ozeanograph Wilhelm von Freeden in Hamburg die Norddeutsche Seewarte. Diese private Institution widmete sich in erster Linie der maritimen meteorologischen Forschung. 1875 wurde sie aufgelöst und ihre Aufgaben von der neu gegründeten, staatlichen Deutschen Seewarte übernommen. Die wissenschaftlichen und politischen Entwicklungen prägten die Geschichte dieser Institution und ihrer Nachfolger über Jahrzehnte bis in die heutige Zeit. Doch das Ziel blieb immer gleich: Das Meer als Umwelt zu verstehen, um die bestmöglichen maritimen Dienste liefern zu können. Der Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und und der Deutsche Wetterdienst (DWD) können auf 150 Jahre erfolgreiche Geschichte zurückblicken.

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„Über Wasser – unter Wasser“ 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland

Die Ausstellung präsentiert die Geschichte beider Institutionen und erklärt ausführlich die vielfältigen maritimen Dienste, die heute geleistet werden und die für Sicherheit und Fortschritt in der Schifffahrt sorgen.

In einzelnen Bereichen innerhalb der regulären Dauerausstellung erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie sich die Beratung der Schifffahrt von der Segelanweisung zur Routenempfehlung unter Einbeziehung der Wettervorhersage entwickelt hat und warum das Klima in Laderäumen überwacht werden muss. Warndienste vor Sturm- und Sturmfluten werden ebenso beschrieben wie die Aufgaben in der Überwachung des Zustands von Meer und Atmosphäre. Auch die Bedeutung der Klimabeobachtungen in den damaligen Kolonien wird aufgezeigt. Die Besucherinnen und Besucher gewinnen einen Einblick in die Herstellung von Seekarten. Sie erfahren, wie die Meere vermessen und Wracks gesucht werden. Auch die Entwicklung der Offshore Windenergie können sie verfolgen.

Die Sonderausstellung  “Über Wasser – Unter Wasser” wird vom 2. Juni bis 31. August 2018 in Einzelbereichen der Dauerausstellung des IMMH präsentiert und ist im Eintrittspreis erhalten.

 

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