IMMH
Der Kaispeicher B, zwischen Speicherstadt und Hafen city, mit Schiffschraube. Bitte spenden Sie an das Internationales Maritimes Museum Hamburg. Dontaions to the Museum.

12. August 2021

Der Kaispeicher B, Maritimes Denkmal

Der Kaispeicher B, Heimat unseres Museums, ist ein Denkmal zur Maritimen Geschichte der Hansestadt Hamburg. Während der vergangenen 140 Jahre hat er die zahlreichen Veränderungen des „Tors zur Welt“ miterlebt. Zum Tag des offenen Denkmals 2021 lassen wir die Geschichte des Kaispeichers in zwei Sonderführungen Revue passieren. Als Vorgeschmack haben wir eine kurze Videoführung durch den Kaispeicher B mit unserem Kollegen Uwe Grahn filmen lassen.

Der Kaispeicher B, zwischen Speicherstadt und Hafen city, mit Schiffschraube. Bitte spenden Sie an das Internationales Maritimes Museum Hamburg. Dontaions to the Museum.

Der Kaispeicher B (Video)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Denkmal Kaispeicher B – Haus des Internationalen Maritimen Museum Hamburg

Sonderführungen zum Tag des offenen Denkmals

“Der Kaispeicher B – Architektur und Geschichte”

Samstag, 11.09.2021 und Sonntag, 12.09.2021/ 14:00 – 16:00 Uhr /

Dauer 120 Minuten. Treffpunkt in der Passage. Führung kostenfrei. Nur mit Voranmeldung unter

a.moritz@imm-hamburg.de

Die Geschichte der Kaispeicher B

Um den Kaispeicher B wurde am Ende der 19. Jahrhundert die Hamburger Speicherstadt gebaut. Über 100 Jahre später kam die HafenCity dazu. Doch an dem Gebäude selbst hat sich seit 1879 äußerlich nicht viel verändert. Bei den Innenräumen ist es jedoch etwas anders: ursprünglich als Silo- und Bodenspeicher ausgeführt, wurde das Gebäude bereits 1884 zu einem reinen Bodenspeicher umgebaut. Seit dem 25. Juni 2008 beherbergt der renovierte Kaispeicher B das Internationale Maritime Museum Hamburg.

Mit dem Entwurf des Kaispeichers B beauftragte die Silospeicher-Kommandit-Gesellschaft J.W. Boutin die renommierten Hamburger Architekten Bernhard Georg Jakob Hansen und Wilhelm Emil Meerwein. Das Gebäude wurde zwischen 1878 und 1879 in dem damals im norddeutschen Raum populären architektonischen Stil der Hannoverschen Schule errichtet, seine dekorativen Elemente wurden im neogotischen Stil ausgeführt.

1881 schloss sich die Hansestadt Hamburg dem Deutschen Zollverein an und am 15. Oktober 1888 wurde der Freihafen eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt konnten Importgüter in Hamburg nur noch innerhalb des Freihafens zollfrei gelagert werden. Das Gebäude befand sich nun in bester Lage. Eine Besonderheit bestand darin, dass sogar eine direkte Verbindung des Gebäudes zur Hamburger Hafenbahn bestand. 

Um 1890 kaufte die Stadt Hamburg der Firma Boutin das Gebäude ab. Seit diesem Zeitpunkt wurde es einfach „Kaispeicher B“ genannt. Der Name lehnte sich an den „Kaispeicher A“ an, der zwischen 1875 und 1963 dort stand, wo heute die Elbphilharmonie steht. Während des 2. Weltkrieges wurde die Speicherstadt zu über 50 Prozent durch Bombenangriffe zerstört. Ihr Wiederaufbau dauerte bis 1967. Der Kaispeicher B wurde dabei erstaunlicherweise von den Bomben verschont und diente bis 2003 weiter als Lagerhaus.

Entstehung des Internationalen Maritimen Museum Hamburg

Der Kaispeicher B wurde im Jahr 2000 als ältestes noch erhaltenes Speichergebäude des Hamburger Hafens unter Denkmalschutz gestellt. Zwischen 2004 und 2008 wurde das Gebäude sorgfältig und mit großem Respekt vor der alten Bausubstanz restauriert und im Inneren für die Nutzung als Museum durch die Peter Tamm Sen. Stiftung ausgebaut. Das Projekt wurde nach Pläne der Architektin Mirjana Markovic-Ronai von der Otto Wulff Bauunternehmung mit Mitteln der Stadt Hamburg durchgeführt. Am 25. Juni 2008, kaum später als ursprünglich geplant und ohne das Projektbudget um einen Cent überschritten zu haben, wurde das Internationale Maritime Museum feierlich eröffnet.

Seit nunmehr über 12 Jahren erzählt der Kaispeicher B seinen Besuchern anhand der größten privaten maritimen Sammlung der Welt die Geschichte der Seefahrt. Museumsgründer Prof. Peter Tamm sagte über den Kaispeicher B, er sei der ideale Ort für seine Sammlung.

21. Juli 2021

Extrablätter im Online Archiv

Ab heute können Interessierte zunächst 158 sogenannte Extrablätter online entdecken. Damit wird ein neuer Teil des digitalisierten Archivs des Internationalen Maritimen Museums Hamburg über unser Online-Archiv zugänglich gemacht.

"Extra-Ausgabe der Neuen Hamburger Zeitung" 10. Dezember 1914, aus der Extrablätter Sammlung des Internationales Maritimes Museum Hamburg,
Extra! Extra! Die Extrablätter-Sammlung des Museums ist soeben in unserem Online-Archiv veröffentlicht worden!

Die Extrablätter dienten besonders in Kriegszeiten dazu, die Menschen mit den wichtigsten tagesaktuellen Ereignissen zu versorgen. In der Regel wurden die Extrablätter mehrmals am Tag „gratis“, „kostenlos“ oder „unentgeltlich“ ausgegeben und sogar auf den Straßen ausgerufen. Durch den geringen Umfang im Vergleich zu den Tageszeitungen, konnten durch Extrablätter die neuesten und wichtigsten Meldungen schnell verbreitet werden. Diese Einblattdrucke enthielten ergeignisbezogene und plakative Schlagzeilen, die teilweise auch durch wirkungsreiche Illustrationen begleitet wurden.

Sehr eindrücklich erscheint so die Zeichnung des Mordattentäters auf dem Extrablatt zu dem Attentat auf Seine Majestät den Kaiser Wilhelm am 11. Mai 1878. Weiter unten im Text erfährt der aufmerksam gewordene Leser, dass „von meuchelmörderischer Hand zwei Revolverschüsse auf den von einer Spazierfahrt heimkehrenden Monarchen abgefeuert worden [sind], die beide ihr Ziel verfehlten.“.

Ausschnitt Extrablatt "Das Mord-Attentat auf Seine Majestät den Kaiser Wilhelm …" (1878) aus der Extrablätter Sammlung des Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Ausschnitt Extrablatt “Das Mord-Attentat auf Seine Majestät den Kaiser Wilhelm …” (1878), Inventar-Nr. 452-117/92100

Das Extrablatt des Berliner Lokal-Anzeiger vom 23. August 1016 setzt hingegen auf die Plakatierung von Überschrift und großen Lettern. Hier lautet der Drahtbericht des Korrespondenten:
„Die „Deutschland“ in der Wesermündung eingetroffen. […] Das erste deutsche Handels-Unterseeboot „Deutschland“ ist heute nachmittag auf der Weser vor Anker gegangen. An Bord ist alles wohl.“

Ausschnitt Extrablatt Berliner Lokal-Anzeiger (23.08.1916) aus der Extrablätter Sammlung des Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Ausschnitt Extrablatt Berliner Lokal-Anzeiger (23.08.1916), Inventar-Nr. 452-120/92104

Zu Zeiten des Krieges hat die Neue Hamburger Zeitung zweimal täglich eine „Extra-Ausgabe“ herausgebracht. So wurde beispielsweise am 10. Dezember 1914 die „amtlich bestätigt[e]“ Nachricht verkündet, dass die „Scharnhorst, Gneisenau, Leipzig gesunken“ seien. „Eine Anzahl Ueberlebender der gesunkenen Schiffe wurde gerettet.“

Ausschnitt der Extra-Ausgabe der Neuen Hamburger Zeitung (10.12.1914) aus der Extrablätter Sammlung des Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Ausschnitt der Extra-Ausgabe der Neuen Hamburger Zeitung (10.12.1914), Inventar-Nr. 452-19/92102

Sowohl damals als auch heute sind die mit Nachrichten gefüllten Druckwerke ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens. Damals wohl noch wichtiger als heute, da das Radio und das Fernsehen noch lange nicht massentauglich waren. So hatten die Druckwerke am Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine Marktbeherrschung inne und verzeichneten in den 1920er Jahren ihren Höhepunkt. Über 100 Jahre später eröffnen die Extrablätter uns eine authentische Dokumentation der damaligen Zeit, täglichen Ereignisse und auch Lebensumständen.

Die Digitalisierung der Bestände des IMMH ist Gefördert von: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.