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Jan Theunisz. Blanckerhoff

Jan Theunisz. Blanckerhoff (1628-1669), Fleute und Tjalk vor einer Küste, um 1650, Öl auf Leinwand, Internationales Maritimes Museum Hamburg, Inv. Nr. K-228
Jan Theunisz. Blanckerhoff (1628-1669), Fleute und Tjalk vor einer Küste, um 1650, Öl auf Leinwand, Internationales Maritimes Museum Hamburg, Inv. Nr. K-22

Fleute und Tjalk vor einer Küste, um 1650

Wechselhaftes Wetter prägt die Stimmung dieses Gemäldes. Die zerklüfteten Wolken erlauben dem Maler die Kontrastierung des leicht beleuchteten Strandes gegenüber der stark verdunkelten See. Im Vordergrund holen Fischer nach verrichteter Arbeit das Segel ihrer Tjalk ein. Im Hintergrund ist eine niederländische Fleute zu erkennen; in der Ferne lässt ein aufragender Kirchturm die Silhouette einer Küstenstadt erahnen.

Dieses Gemälde entstand auf dem Höhepunkt niederländischer Marinemalerei. Diese verdankt ihre Blüte u. a. der dort herrschenden Religionsfreiheit, durch die die christlich dominierte Bildsprache verdrängt und Raum für Alltagszenen geschaffen wurde. Aufgrund des enormen Reichtums der Niederländer werden nun auch weniger wohlhabende Bürger zu potenziellen Käufern von Kunstwerken. Da diese die Wiedergabe ihres Alltags gegenüber schwer zu entschlüsselnden mythologische Themen bevorzugen, passen die Maler ihr Angebot an.

Das Leben von Jan Blanckerhoff (auch Jan Maat genannt) lässt sich nur schwer mit Archivdokumenten nachzeichnen. Während des Zweiten Englisch-Niederländischen Krieges fährt er zweimal mit der Flotte der Generalstaaten mit und erarbeitet sich den Ruf als „erfahrener Maler von Seeangelegenheiten.“ Der niederländische Kunstschriftsteller Arnold Hou- braken (1660-1719) berichtet, dass der Maler „liederlich und ungebunden in seinem Leben, unstät und zu Abwechslungen geneigt“ gewesen sei. Dass Blanckerhoffs Oeuvre bis heute unterschätzt wird, zeigt die Zuschreibung vieler Gemälde an bekanntere Maler wie Ludolf Bakhuizen (1630/31-1708).