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Deck 9 – Schiffsminiaturen

Die große Welt der kleinen Schiffe

Hafenmodell mit großen Containerfrachtern am Kai, gestapelten bunten Containern, roten Kranen entlang der Mole, blauem Wasser und Windrädern im Hintergrund.
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Die große Welt der kleinen Schiffe

Die große Welt der kleinen Schiffe – gut 36.000 Modelle (über 50.000, stand Juli 2020) im Maßstab 1:1250 sind auf dem Ausstellungsdeck 9 versammelt.

Es war die Mutter des Sammlers Peter Tamm, die die Begeisterung für alles Maritime bei ihrem Sohn weckte. Im Alter von sechs Jahren schenkte sie ihrem Sprössling einen fünf Zentimeter kleinen Frachter aus Blei. Das Modell wurde zum Ausgangspunkt für die weltweit größte Sammlung zur Schifffahrts- und Marinegeschichte. Sie sehen dieses Schiffchen in der Vitrine vor sich.

Doch lassen wir Herrn Tamm kurz selbst zu Wort kommen:

„Man muss schon ein wenig schifffahrtsverrückt sein, um so lange zu sammeln. Seit dem Geschenk meiner Mutter faszinieren mich das Meer und die Schifffahrt. Von Kindheit an habe ich diese Sammlung zusammengetragen. Ich empfinde tiefsten Respekt vor den Naturgewalten des Meeres und der Kunst der Schiffsbauer. Schifffahrtsgeschichte ist letztlich immer auch ein Stück Menschheitsgeschichte. Im Jahre 2008 wurde dieser Kaispeicher zu einem Museum für meine Sammlung umgebaut. Ich freue mich sehr, dass ich meine Begeisterung jetzt mit den Besuchern teilen kann.“

Deck 9 gibt einen Überblick über die Entwicklung der verschiedenen Schiffstypen. Während in der Großvitrine die schiere Masse der Schiffchen beeindruckt, faszinieren auf diesem Stockwerk auch die Modelle großer Hafenanlagen mit ihrem Detailreichtum.

Die Mini-Schiffe sind heute vorwiegend Sammlerobjekte. Ursprünglich nutze man sie ebenfalls für die Marine-Ausbildung. Der Maßstab 1:1250 garantierte eine authentische, gleichwohl detailreiche Darstellung der Originale und machte diese vergleichbar.. Auch Piloten orientierten sich anhand der Modelle. Legt man die Miniaturen auf den Fußboden, so entspricht der Abstand zwischen Auge und Modell dem Blick des Piloten auf die See unter ihm aus 2000 Meter Höhe.

Ab den 1930er Jahren fertigte man die Schiffe aus Metall, später – ab 1941 – kamen verstärkt Kunststoffmodelle hinzu. Diese überzeugten durch eine deutlich verbesserte Detailgenauigkeit.

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Minimodelle

Großer Museumsausstellungsraum mit sichtbarer Holzbalkendecke und Parkettboden, in dem eine lange umlaufende Glasvitrine an zwei Wänden hunderte kleine Modelle auf zahlreichen Glasregalen zeigt und ein einzelner beleuchteter Sockel in der Raummitte steht.

Die Schiffsminiaturen auf diesem Stockwerk bezeichnet man als Wasserlinienmodelle. Der Begriff erklärt sich durch die Bauweise der Schiffchen: Jede Miniatur besteht nur aus dem oberen Schiffskörper und den Aufbauten. Der unter der Wasseroberfläche befindliche Teil des Rumpfes fehlt. Durch diese gestalterische Besonderheit lassen sich die Modelle gut auf einer ebenen Fläche positionieren.

Als Urheber der maßstabsgetreuen Wasserlinienmodelle gilt der Marinehistoriker Fred T. Jane. Der 1865 in England geborene Experte entwickelte die Modelle ursprünglich zur  Ausbildung von Marinesoldaten. Die Miniaturen sollten seine Vorträge zur Strategie und Taktik besser verständlich machen. Schnell erkannte Jane, dass man mit den Modellen auch Geld verdienen konnte. Ab 1905 ließ der Historiker Modelle für Sammler und Liebhaber produzieren.

Als einer der ersten Hersteller von Wasserlinienmodellen gilt der englische Spielwarenhersteller Bassett-Lowke, der den Maßstab 1:1200 festlegte. Das Unternehmen aus Northampton konzentrierte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts auf die Produktion von Eisenbahn- und Schiffsmodellen.

In Deutschland war es vor allem die Firma Wiking Modellbau, die sich auf Wasserlinienmodelle spezialisierte. Bereits in den frühen 1930er Jahren produzierte  die Firma Miniaturschiffe. Wikings bester Kunde war zunächst ab 1935 das Militär. In späteren Jahren bestand der Interessentenkreis für die in Handarbeit lackierten Modelle hauptsächlich aus privaten Sammlern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte Wiking das Angebot um Auto-, Flugzeug- und Eisenbahnminiaturen sowie Hafenmodelle. Die Produktion von Wasserlinienmodellen wurde im Jahre 1975 eingestellt.

Wandfüllende Glasvitrine mit Reihen kleiner Schiffsmodelle und einem zentralen Podest mit einer Glasvitrine.

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Modellbau

Diese Vitrine zeigt den Bau eines Schiffsmodells aus Metall. Genaues Detailwissen über die technischen und baulichen Besonderheiten des Originals ist Voraussetzung für die Herstellung einer Miniatur.

Zunächst fertigt der Modellbauer eine Kunststoffform des Schiffsrumpfes und presst diese anschließend in eine Silikonkautschukmasse. Das dadurch entstehende Negativ wird in einen Gipsmantel gegeben und mit einer 400 Grad heißen Metalllegierung ausgegossen. Später wird der erkaltete Guss verfeinert, um Schiffsdetails erweitert und originalgetreu bemalt.

Die Techniken des Modellbaus sind abhängig von Anwendungszweck und Qualitätsanspruch. Neben dem Metallgussverfahren werden Schiffsmodelle auch aus Holz, Papier oder Kunststoffen gefertigt.

Schiffsmodellbau ist schon aus frühester Zeit bekannt. Das älteste bekannte Modell aus Ton entstand etwa 4000 vor Christus in Mesopotamien. Für technische Planungen im Schiffbau spielen verkleinerte Nachbildungen oft eine wichtige Rolle.

Als Sammlerstück oder Spielzeug erfreuen sich Schiffsmodelle anhaltender Beliebtheit. Man erhält sie als Fertigmodell und auch als Karton- oder Kunststoffbausatz im Fachhandel. Die Detailtreue der Modelle ist oft bemerkenswert. Maßstabsgetreue Bausätze sind darüber hinaus für Einsteiger ideal. In unserem Museumsshop im Erdgeschoss halten  wir einige ausgewählte Modellbaukästen für Sie bereit.

Großmodelle auf Deck 9:

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Weltmeistermodelle

Museumsausstellungsraum mit Holzboden und -decke, beleuchteten Glasvitrinen an den Wänden, die zahlreiche kleine Schiffsmodelle auf Regalböden zeigen, und einem einzelnen Podest mit einem ausgestellten Modell in der Mitte.

Modellbauer sind bestrebt, ihre Arbeiten so detailgenau wie möglich zu erstellen. Um die Besten der Zunft  zu ermitteln, trägt man auch im Schiffsmodellbau Wettbewerbe aus.

Der internationale Dachverband der Schiffsmodellbauer Naviga organisiert alle zwei Jahre eine Weltmeisterschaft. Unterteilt in verschiedene Sektionen, werden nach strengen Statuten die jeweiligen Champions ausgewählt.

Die zur Weltmeisterschaft zugelassenen Wasserlinienmodelle müssen vorbildgetreue Abbilder von existierenden See- oder Binnenschiffen sein. Bedingung ist, dass der Modellbauer sämtliche Einzelteile nach Originalunterlagen selbst hergestellt hat. Ob aus Holz, Karton, Kunststoff oder Metall: Eine Beschränkung auf bestimmte Materialien gibt es nicht.

Die hier präsentierten Kunstwerke sind preisgekrönt. In der linken Vitrine stehen filigrane, aus Harz gegossene Wasserlinienmodelle von Wilhelm Heinrich. Die feinen Segel wurden aus Japanseide gefertigt. Ähnlich kunstvoll sind die im Metallgussverfahren hergestellten Miniaturen von Michael Wünschmann im rechten Schaukasten.

Die Detailgenauigkeit der Weltmeistermodelle lässt sich besonders gut am Schlachtschiff „Yamato“ in der Mitte der rechten Vitrine ablesen. Mit vollständiger Takelage zeigt die Miniatur den Zustand des Schiffes im April 1945. Selbst die Besatzung und die Rostflecken am Bug kann man erkennen.

Beachten Sie bitte auch die Vitrinen an den Längsseiten dieser Abteilung. Die dort gezeigten Modelle sind liebevoll und mit viel Fingerspitzengefühl aus Papier bzw. Holz gefertigt.

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Entwicklung der Handelsschifffahrt und Marine

Auf der ganzen Welt begeistern sich Sammler für Schiffsminiaturen. Die Modelle verdeutlichen die Geschichte der Seefahrt von ihren Anfängen bis in die Gegenwart.

In diesen beiden Vitrinen dokumentieren einige hundert Schiffsminiaturen einen bedeutenden Teil der Historie: Der rechte Schaukasten beschäftigt sich mit der zivilen Seefahrt, die linke Doppelvitrine stellt die Entwicklung der internationalen Marinen dar.

Mit Hilfe der Modelle lassen sich sowohl einzelne Schiffstypen als auch ganze Flotten miteinander vergleichen. Voraussetzung dafür ist eine hohe Detailtreue und ein einheitlicher Maßstab.

Zwei Beispiele sollen Ihnen den Vergleich erleichtern:

Ganz außen in der rechten Vitrine entdecken Sie die Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Einbaums. Mit einer Länge von nur einem Zentimeter ist es das kleinste Bootsmodell dieser Ausstellung. Die Größenverhältnisse werden deutlich, wenn Sie den winzigen Einbaum mit einem der weiter rechts stehenden 5-Mast-Segler ins Verhältnis setzen.

Das moderne Kreuzfahrtschiff „Queen Mary 2“ ist eine Attraktion, wenn es den Hamburger Hafen anläuft. Über 151.000 Bruttoregistertonnen machen den britischen Ozeanriesen zu einem der größten Passagierschiffe der Welt. Im Vergleich dazu wirkt das amerikanische Segelschiff „Savannah“ mit 320 Bruttoregistertonnen fast unscheinbar. 1819 überquerte die „Savannah“ als erstes Schiff den Atlantik mit Hilfe einer Dampfmaschine. Maßstabsgetreue Modelle der beiden Schiffslegenden entdecken Sie rechts im Schaukasten.

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Dioramen

Der hintere Teil von Deck 9 ist einer Reihe von Großdioramen vorbehalten.

Im vorderen Schaukasten lassen sich die Schlachten des englischen Admirals Horatio Nelson nachvollziehen. Nelson führte mehrere bedeutsame Seegefechte, die ihn in seiner Heimat zu einer Legende werden ließen.

Die „Schlacht bei Abukir“ fand im August 1798 vor der ägyptischen Küste statt. Die englische Kriegsflotte schlug in dramatischem Kampf die französische Streitmacht und sicherte den Engländern damit die Seeherrschaft im Mittelmeerraum.

In der „Seeschlacht von Kopenhagen“ vom April 1801 besiegte die britische Flotte die Verbände Dänemarks. Admiral Horatio Nelson wurde vom Oberkommandierenden aufgefordert, die Kampfhandlungen einzustellen. Nelson ignorierte den Befehl und führte die Schlacht siegreich zu Ende.

Im Oktober 1805 schlug Admiral Nelson in der „Schlacht von Trafalgar“ die zahlenmäßig überlegene napoleonische Flotte. Die Niederlage der Spanisch-Französischen-Streitmacht verteidigte die Vormachtstellung Englands auf den Weltmeeren. Nelson selbst fand in der Schlacht den Tod.

Wenden Sie sich nun bitte dem nächsten Schaukasten zu. Das Diorama an der Stirnseite ist ein ganz besonderer Blickfang. Zu sehen ist ein exaktes Abbild der Containerterminalanlagen in Bremerhaven. Erstellt wurde das imposante Modell im Maßstab 1:1250.

Gut 65.000 handgefertigte und bemalte Container stapeln sich in der Hafenminiatur. Der Bau des maßstabsgetreuen Modells dauerte mehrere Jahre. Die nachgestellte Hafenszenerie ist einer Luftaufnahme überlegen. Durch die bessere Gesamtansicht bildet sich die Anlage anschaulicher ab als bei einer Fotografie.

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Binnenschifffahrt

Seit vorgeschichtlicher Zeit nutzen Menschen Binnenwasserwege. Mit Flößen oder Fellbooten, später mit komplexer gebauten Holzfahrzeugen, trieben sie Handel, fisch-ten, jagten oder überwanden weite Strecken. Weltweit entstanden wegen der geo-graphischen Isolation vieler Regionen und der spezifischen Bedingungen der Flüsse und Ströme zahllose Boots. Und Schiffstypen. Ihr gemeinsames Merkmal war das flache Rumpfprofil sowie die Antriebstechnik: Binnenschiffe wurden getreidelt (d. h. vom Ufer gezogen), gestakt, geschleppt, sie nutzten die Kraft des Windes oder der Strömung. Bis etwa 1500 waren auf den großen Flüssen Europas Seeschiffe tief im Binnenland anzutreffen.

Die Einführung des großen dreimastigen Schiffes jedoch er-forderte Arbeitsteilung zwischen See- und Binnenfahrzeugen. Auch entwickelten sich die Seeschiffe in antriebstechnischer Hinsicht schnell weiter, wogegen die Binnen-schifffahrt trotz der Konkurrenz der Eisenbahn nur langsam von Traditionen Abschied nahm. Auch die soziale Struktur wandelte sich kaum: Ein Mann- und Familienbetriebe (Partikuliere) prägen mit Gütermotorschiffen noch heute die Unternehmerkultur.

Wichtige Neuerungen der letzten Jahrzehnte waren die Zunahme des Containerver-kehrs sowie der aus den USA stammende Schubverband. So wird die flexible Ver-bindung von Antriebssektion und einem oder mehreren Transportleichtern bezeichnet. Schubverbände ersetzten die Schleppschifffahrt.

Hafenschifffahrt

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Binnenschiffe

Die Schiffs- und Bootstypen in der Binnenschifffahrt wiesen seit Beginn der Nutzung natürlicher Wasserwege eine erstaunliche Vielfalt auf. Schätzungen besagen, dass allein für Europa vom 17. bis zum 20. Jahrhundert 1.000 Arten von Fahrzeugen unterschieden werden können. Dies ist auf regionale Abgeschiedenheit, nicht zuletzt aber auch auf geografische Bedingungen von Flüssen und Seen zurückzuführen. Erst mit der überregionalen Verkehrsanbindung, der Kanalisierung, aufgrund wasserbau-licher Maßnahmen der Flüsse (wie z. B. Begradigungen)  und infolge der Motorisierung reduzierte sich die Fülle der Fahrzeugtypen.

Brücken und Schleusen erforderten eine Normierung. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Gütertransport auf Binnen-schiffen, ähnlich der Entwicklung in der Seeschifffahrt, weltweit auf wenig wichtige Frachtarten und Transporttechniken spezialisiert. Heute verkehren meist Gütermotor-schiffe für Massen- oder Gefahrgut, Containerschiffe, Schubschiffe, Bunkerboote so-wie Fähren und Fahrgastschiffe. Letztere haben mittlerweile eine große Bedeutung als Wirtschaftsfaktor und touristisches Verkehrsmittel erlangt.

So stellten im Jahr 2007 in der deutschen Binnenflotte Fahrgastschiffe mit über 1.000 Einheiten vor den Güter-motorschiffen die größte Gruppe. Daneben sorgen Spezialfahrzeuge für die Sicherheit in Häfen und für die Befahrbarkeit der Binnenwasserstraßen.

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Eintritt & Tickets

Die aktuellen Eintrittspreise finden Sie hier. Tickets können Sie in unserem Online-Shop oder an der Museumskasse erwerben.

Kosten für Erwachsene EUR 3,00 zzgl. Eintritt.
Kosten für Familien EUR 6,00 zzgl. Eintritt.

Die Mitglieder des Freundeskreises haben ganzjährig freien Eintritt zu allen Sonder- und Dauerausstellungen des IMMH. Darüber hinaus werden die Mitglieder des Freundeskreises zu regelmäßigen Veranstaltungen eingeladen und über die Aktivitäten des Museums informiert.

Sie können Ihre Onlinetickets in unserem Online-Shop kaufen. Mit dem Onlineticket haben Sie direkten Zugang zum Museum, ohne Anstehen an der Museumskasse. Sie benötigen das gekaufte Onlineticket zum Vorzeigen auf einem Smartphone oder Tablet bei der Einlasskontrolle.

Journalisten und Medienvertreter haben gegen Abgabe eines Akkreditierungsformulars freien Eintritt in das IMMH.

Sie haben die Möglichkeit, Wertgutscheine an der Museumskasse oder an der Kasse der WEDE Fachbuchhandlung zu erwerben.

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