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23. Oktober 2018

Albert Ballin: Vater

Ab dem 9. November zeigt das Internationale Maritime Museum Hamburg erstmalig eine exklusive Ausstellung mit Exponaten aus dem Nachlass von Albert Ballin. Die Sonderausstellung zeichnet ein berührend menschliches Portrait von Albert Ballin, in dem sein Familienleben eine zentrale Rolle spielt.

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Portrait von Irmgard Ballin und Albert Ballins Zwicker (Ballin Sammlung Hueber).

Albert Ballin als Familienmensch

Die historische Relevanz von Albert Ballin ist unumstritten. Sein Wirken als Generaldirektor der HAPAG hat die Geschichte der Schifffahrt geprägt. Selbst die heutige Kreuzfahrt geht auf sein Engagement zurück und erhob die HAPAG zur damals größten Reederei der Welt.

Den beruflichen Erfolg konnte Albert Ballin verwirklichen, ohne seine Familie zu vernachlässigen. Der private Nachlass, den das Internationale Maritime Museum Hamburg zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigt, liefert zahlreiche Beweise dafür. Es sind Bilder aber vor allem Briefe, manchmal humorvoll und immer rührend, die von einer engen und liebevollen Beziehung zu seiner Ehefrau Marianne, und vor allem zur gemeinsamen Adoptivtochter Irmgard zeugen.

Das Leben von Irmgard Ballin

Wir werden wohl nie erfahren, warum Albert seine Tochter liebevoll „Peterchen“ nannte. Es gibt Details in seinem Leben, die undokumentiert geblieben sind. Irmgard wurde 1892 als jüngstes Kind der Landarbeiter-Familie Kirchheim geboren. Das kinderlos gebliebene Ehepaar Ballin adoptierte das Mädchen, als es ein Jahr alt war. Entgegen häufigen Behauptungen, starb die Familie Kirchheim nicht während der Hamburger Choleraepidemie von 1892, sondern emigrierte 1896 nach Argentinien.

Irmgard genießt bei den Ballins eine moderne und weltoffene Erziehung. Sie reist um die Welt und bewegt sich in den höchsten sozialen Kreisen. Ihr öffentliches Leben wird Gegenstand der damaligen „Lifestyle-Presse“. 1910 heiratete sie den Leutnant z.S. Heinz Bielfeld. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. Das scheinbar glückliche Familienleben wird vom Ersten Weltkrieg jäh zerstört. Nur zwei Wochen nach dem Tod ihres Vaters stirbt Irmgard an der Spanischen Grippe.

Die Sonderausstellung „Albert Ballin: Vater, Unternehmer, Visionär“ ist vom 9. November 2018 bis zum 30. April 2019 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museums zu sehen und im Eintrittspreis enthalten.

12. Oktober 2018

Albert Ballin, die Sonderausstellung

Der Hamburger Reeder Albert Ballin war ohne Zweifel eine der prominentesten Persönlichkeiten seiner Zeit. Als Unternehmer und Visionär prägte er die Geschichte der Schifffahrt sowohl in Deutschland, als auch international. Zum 100. Todestag von Albert Ballin, dem 9. November 2018, eröffnet das Internationale Maritime Museum Hamburg eine exklusive Sonderausstellung mit bisher nicht gezeigten biographischen Fragmenten aus seinem Privatleben – eine Hommage an den Menschen Albert Ballin.

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Albert Ballin: Vater, Unternehmer, Visionär

Geboren wurde Albert Ballin 1857 als Sohn einer armen Hamburger Familie jüdischer Abstammung. Durch Fleiß, Mut und mit einem außergewöhnlichen Talent für Innovation schaffte Albert Ballin es bis in die höchsten sozialen Kreise aus Industrie und Politik. Seine persönliche Erfolgsgeschichte ist auch die der HAPAG. Albert Ballin übernahm 1899 die Leitung der Reederei, die bald zur damals größten Schifffahrtsgesellschaft der Welt wurde.

Den beruflichen Erfolg konnte Albert Ballin verwirklichen, ohne seine Rolle als treusorgender Familienvater zu vernachlässigen. Die Liebe zu seiner Frau Marianne und zur Adoptivtochter Irmgard findet sich ebenso in jüngst entdeckten Nachlaßdokumenten wieder wie sein Talent als vollendeter Gastgeber. Die Déjeuners und Diners in der Feldbrunnenstraße 58, dem Familiensitz der Ballins, genossen einen legendären Ruf. Hier entwickelte sich sogar eine freundschaftliche Beziehung zwischen Albert Ballin und Kaiser Wilhelm II.

Der I. Weltkrieg, den Ballin in einer Vemittlerrolle gegenüber England zu verhindern versuchte, setzte der Erfolgsgeschichte ein tragisches Ende.

Der private Nachlass Albert Ballins

Fast ein ganzes Jahrhundert gab es keine Hinweise darauf, dass der private Nachlaß Albert Ballins erhalten geblieben ist, bis die österreichische Familie Heinz und Ingrid Hueber Dokumente sichteten, die sich in Vergessenheit verwahrt auf ihrem Dachboden befanden. Insgesamt handelt sich um eine beeindruckende Sammlung von Möbeln, Gemälden, Schmuck und Tafelzubehör sowie private Fotos, Briefe und Dokumente.

Es ist dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg eine besondere Ehre, seinen Besuchern diesen bislang nie ausgestellten Nachlass exklusiv präsentieren zu dürfen. Unser besonderer Dank gilt den Eheleuten Ingrid und Heinz Hueber, die dies ermöglicht haben.

Die Sonderausstellung ist vom 9. November 2018 bis zum April 2019 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museums zu sehen und im Eintrittspreis enthalten.