IMMH

Pressetexte

EINLADUNG ZUM PRESSETERMIN am 24. Juli 2018


Australische Entdecker bringen die mit 132 Jahren am längsten gereiste Flaschenpost nach Hamburg. Auf Einladung des BSH und des Internationalen Maritimen Museums (IMMH) präsentieren die Finder die einstige Flaschenpost der Deutschen Seewarte für einen Tag (24.07.2018) im Museum.

Hamburg, 18. Juli 2018 – Am 21. Januar 2018 entdeckte das australische Paar Tonya und Kym Illman am Strand von Wedge Island, rund 180 Kilometer nördlich von Perth, Australien, eine Flaschenpost der Deutschen Seewarte. Die Flaschenpost war vor 132 Jahren am 12. Juni 1886 von der deutschen Bark PAULA, einem Hochseefrachtschiff, rund 900 Seemeilen vor der australischen Küste zur Erkundung von Meeresströmungen dem südindischen Ozean übergeben worden. Am 24. Juli 2018 sind die Finder in Hamburg und zeigen den aktuellen Fund im Kontext der Ausstellung „Über Wasser – Unter Wasser – 150 Jahre Maritime Dienste“ in Deutschland.

Wir laden Sie herzlich zu einem Pressegespräch ein mit dem australischen Finder Ehepaar Tonya und Kym Illman  am 24. Juli 2018 um 10 Uhr auf Deck 2 im Internationalen Maritimen Museum, Koreastraße 1, 20457 Hamburg.

Fragen zu den Themen Flaschenposten, Strömungsmessungen, meteorologische Journale und was der aktuelle Fund in Australien bedeutet, beantworten Ihnen gerne

  • Monika Breuch-Moritz, Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
  • Martina Plettendorff, Leiterin der Fachbibliothek und Flaschenpostsammlung des BSH
  • Lydia Gates, Referatsleiterin Maritime Klimaüberwachung, Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Holger von Neuhoff, Internationales Maritimes Museum Hamburg

Ihre Teilnahme bestätigen Sie bitte in einer Mail bis 23. Juli, mit  Ihren Kontaktdaten und gegebenenfalls Interview-Wunsch an: presse@bsh.de

Die Flaschenpost ist am 24.7.2018 für alle Besucher zugänglich und zu besichtigen – daher bitte ankündigen!

 Für Rückfragen:

Katrin Benner                                                                         

Stellv. Pressesprecherin Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
Tel.: 040/3190-1010/-1011
presse@bsh.de

Holger von Neuhoff

Tel.: 0049-151-14570931
hvneuhoff@icloud.com

Gertrud Nöth

Referentin Kommunikation/ Öffentlichkeitsarbeit Deutscher Wetterdienst (DWD)
Tel.: 069-8062-4505
pressestelle@dwd.de

HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

Älteste Flaschenpost:

Am 14. Juli 1864 bei Cap Horn über Bord geworfen, gefunden 1867 in Australien, heute in der BSH-Bibliothek . Diese älteste Flaschenpost von 1867 aus dem Bestand der BSH-Bibliothek ist bis 12. August 2018 im Internationalen Maritimen Museum zu sehen. https://www.bsh.de/DE/Das_BSH/Maritime_Fachbibliothek/Flaschenpost/flaschenpost_node.html

Am längsten gereiste Flaschenpost:

Am 12. Juni 1886 im südindischen Ozean über Bord geworfen, gefunden 2018 in Australien (Kym Illman). Diese Flaschenpost ist nicht die älteste, sie ist aber am längsten unterwegs gewesen. http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/WS/150-jahre-deutsche-seewarte-flaschenpost-australien.html

Historisch: Begründer der Flaschenpost-Forschung: Georg von Neumayer

Wie verlaufen die großen Meeresströmungen? Wie können Kapitäne schneller und sicherer ihr Ziel erreichen? Mitte des 19. Jahrhunderts waren dies keine leicht zu beantwortenden Fragen. Woher kamen die Informationen zu Wind und Strömungen auf den Weltmeeren? Natürlich überlieferten Kapitäne ihre Erfahrungen an ihre Nachfolger. Es gab auch astronomische Bestimmungen der Stromrichtungen. Eine andere Art der Forschung reicht aber sehr viel weiter zurück: Bereits in der Antike warfen die Menschen wasserdichte und unsinkbare Gefäße ins Meer und warteten ab, wohin die Strömung sie treiben würde. Hierauf besann sich Georg Ritter Balthasar von Neumayer, als er 1864 das Flaschenpost-Experiment zur Strömungsforschung ins Leben rief.
https://www.bsh.de/DE/Das_BSH/Maritime_Fachbibliothek/Flaschenpost/_Anlagen/Downloads/Poster_Flaschenposten.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Handelsschiffe halfen der Wissenschaft

Den Kapitänen deutscher Handelsschiffe gab die Deutsche Seewarte eine leere Flasche und ein kleines vorbereitetes Formular mit, das – um das aktuelle Datum ergänzt – auf einer genau festgelegten Position in der gut versiegelten Flasche über Bord geworfen wurde. Die Finder dieser Flaschenposten wurden gebeten, die Zettel mit Fundort und Datum zu versehen und an die „Deutsche Seewarte“ in Hamburg zu schicken. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Flaschenpost irgendwo heil ankommt und gefunden wird, liegt nach Expertenmeinung im Durchschnitt bei zehn Prozent. Dennoch erhofften die Wissenschaftler durch ihre Auswertungen, den Weg der Flasche nachzuvollziehen und Aufschluss über die Meeresströmungen zu erhalten.
https://www.bsh.de/DE/Das_BSH/Maritime_Fachbibliothek/Flaschenpost/_Module/Weitere-Informationen/Antike_Flaschenpost_standard_node.html

Heute:

Längst ist die Flaschenpost-Methode abgelöst, denn die mit ihrer Hilfe ermittelten Strömungsinformationen ließen nur ungenaue Schlüsse zu. Mehr als eine grobe Abschätzung über den zurückgelegten Weg und ebenso grobe Schätzungen der Geschwindigkeit war nicht möglich. Heute bedient man sich deshalb stattdessen der ARGO-Treibbojen.
https://www.bsh.de/DE/THEMEN/Beobachtungssysteme/ARGO-Treibbojen/argo-treibbojen_node.html

Meteorologische Journale

Im Auftrag der Deutschen Seewarte führten Marine und Handelsschiffe Wetterbeobachtungen auf See durch. Die Besatzung trug alle vier Stunden das beobachtete Wetter sowie besondere Vorkommisse in so genannte meteorologische Journale, die die Deutsche Seewarte standardisierte hatte. Viele der historischen Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind bis heute erhalten. So befinden sich im Archiv des Seewetteramtes des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg rund 37 000 solcher Journale aus den Beständen der Deutschen Seewarte. Sie beinhalten schätzungsweise 23 Millionen Wetterbeobachtungsdaten von allen Weltmeeren aus den Jahren 1826 – 1940. Für die Meteorologie und Klimatologie stellen diese Informationen eine außerordentlich wichtige Datenquelle dar. Noch heute werden Daten aus den alten Aufzeichnungen digitalisiert, um sie für die Klimaforschung nutzbar zu machen.
https://www.dwd.de/DE/leistungen/metschiffsjournale/metschiffsjournale.html?nn=491576

Informationen zum Jubiläum „150 Jahre Norddeutsche Seewarte“ sind unter www.bmvi.de/seewarte hinterlegt.

Informationen zum Western Australian Museum gibt es unter: http://museum.wa.gov.au/ – dort ist die Flaschenpost zusammen mit dem Findezettel zunächst bis 2020 ausgestellt.

BILDMATERIAL:

 

Pressebild Bark Paula Meteorologische Journal Flaschenpost DWD Bark Paula Schifffahrt Deutsche Wetterdienst Internationales Maritimes Museum Hamburg

Eintrag im meteorologischen Journal (BU: Seite aus dem meteorologischen Journal der PAULA mit dem Eintrag vom 12. Juni 1886 „Stromflasche über Bord“; Quelle: DWD)

 

Pressebild Bark Paula Meteorologische Journal Flaschenpost DWD Bark Paula Schifffahrt Deutsche Wetterdienst Internationales Maritimes Museum Hamburg Malerei Schiff

Bild der Bark PAULA (BU: Die Bark PAULA; Quelle: Gemälde von Eduard Adam, Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser, Brake)

 

Pressebild Bark Paula Meteorologische Journal Flaschenpost DWD Bark Paula Schifffahrt Deutsche Wetterdienst Internationales Maritimes Museum Hamburg Schiff Reiseroute Karte

Reiseroute der PAULA vom 11. März 1886 bis 7. Januar 1887 (Quelle: DWD)

 

Pressebild Bark Paula Meteorologische Journal Flaschenpost DWD Bark Paula Schifffahrt Deutsche Wetterdienst Internationales Maritimes Museum Hamburg Schiff Reiseroute Karte

Flasche mit Findezettel – Quelle: Kym Illman

 

Pressebild Bark Paula Meteorologische Journal Flaschenpost DWD Bark Paula Schifffahrt Deutsche Wetterdienst Internationales Maritimes Museum Hamburg Schiff Reiseroute Karte

Älteste Flaschenpost von 1867 aus der BSH-Bibliothek bis 12. August 2018 im Internationalen Maritimen Museum Hamburg zu sehen. (Quelle: BSH)

 

Pressebild Bark Paula Meteorologische Journal Flaschenpost DWD Bark Paula Schifffahrt Deutsche Wetterdienst Internationales Maritimes Museum Hamburg Schiff Reiseroute Karte

Flaschenpostenbeispiele (Quelle: BSH)

Pressebild Bark Paula Meteorologische Journal Flaschenpost DWD Bark Paula Schifffahrt Deutsche Wetterdienst Internationales Maritimes Museum Hamburg Schiff Reiseroute Karte

Flaschenpostenbeispiele (Quelle: BSH)

 

 

Zum Archiv.

 

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