Modell: Etha Rickmers (1959), später You Hao (1959), Rickmers Linie GmbH, Bremerhaven
| Objektart | Exponat |
|---|---|
| ID | 95692 |
| Schiffsname / Baubezeichnung | Etha Rickmers (1959), später You Hao |
| Reederei / Eigner / Marine | |
| Baujahr / Indienststellung | 1959 |
| Baunummer | 391 |
| Stapellauf | 08.11.1958 |
| Bauwerft | Rickmers Werft / Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau AG / Norddeutsche Werft GmbH / Rickmers Rhederei AG, Rickmers Werf. |
| Land / Flagge | Deutschland |
| Schiffstyp | Motorfrachtschiff |
| Über das Objekt | MS „Etha Rickmers“ ist ein Schiff, das gerade zur rechten Zeit für ihren Eigner, die Rickmers Linie GmbH, gebaut wurde. Sie lief 1958 auf der firmeneigenen Werft in Bremerhaven vom Stapel. Das Besondere an der „Etha Rickmers“ war, dass sie als erstes Rickmers-Schiff mit einem Schwergutladegeschirr ausgestattet war. Die Reederei war auf den Transport von Gütern zwischen ostasiatischen Häfen und Europa spezialisiert. Als China Ende der 1950er Jahre seine Handelsflotte ausbaute, führte diese Konkurrenz zu Auftragseinbußen anderer Unternehmen. Die Schwergutkapazität der „Etha Rickmers“ jedoch ließ sie weiterhin erfolgreich arbeiten. So sehr, dass die Reederei 1962 beschloss, ein neues und verbessertes Schwergutschiff für den Stückgutverkehr zu bauen: die „Peter Rickmers“. Um zu vermeiden, dass zwei Schiffe in ihrer Flotte miteinander konkurrieren, verkaufte die Rickmers-Linie die „Etha“ im Jahr 1964. Käufer war die China Ocean Shipping Co. später bekannt als COSCO. Die „Etha Rickmers“ wurde noch im selben Jahr in „You Hao“ umbenannt und blieb bis 1992 in Dienst – ein recht langes aktives Leben für einen Stückgutfrachter aus den 1950er Jahren. Schließlich wurde sie in Guangzhou abgewrackt. Mehrere Schiffe der Reederei führten bereits den Namen „Etha Rickmers“. Die vierte Namensträgerin, gebaut 1890, war das größte jemals in Deutschland gebaute Schiff aus Holz. Die Firma Rickmers entstand 1834 als Werft, betätigte sich auf mehreren Unternehmensfeldern und bestand zuletzt aus zwei Gesellschaften, die 2016 und 2018 an die Hamburger Gruppe Zeaborn verkauft wurden. Mitglieder der Familie sind immer noch in der Schifffahrtsbranche tätig. Ihr Handel mit Ostasien begann bereits in den Jahren des amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865), als der Export von Reis nach Europa eingestellt wurde. Rickmers gehörte zu den Unternehmen, die begannen, Reis aus Asien zu importieren, und gründeten 1872 sogar eine eigene Reisverarbeitungsanlage in Bremen. Das Werftmodell wurde von der Werkstatt Christel Stührmann im Maßstab 1:100 meisterhaft gebaut. Es kam Mitte der 1980er Jahre in die Sammlung Peter Tamm und ist seit der Eröffnung des Museums Teil unserer Ausstellung über die moderne Handelsmarine auf Deck 6. |
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