Modell: Paul Rickmers (1955), Rickmers Linie mbH, Hamburg

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Artikelnummer M-27 Kategorien ,

Objektart

Exponat

ID

95694

Schiffsname / Baubezeichnung

Paul Rickmers

Reederei / Eigner / Marine

Baujahr / Indienststellung

1955

Baunummer

265

Bauwerft

Rickmers Werft / Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau AG / Norddeutsche Werft GmbH / Rickmers Rhederei AG, Rickmers Werft

Land / Flagge

Deutschland

Schiffstyp

Motorfrachtschiff

Über das Objekt

Nach dem Reeder Paul Henry Rickmers (1873-1946) wurden bis heute vier Schiffe benannt, die die Entwicklung des Gütertransports von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in unsere Tage recht gut wiedergeben. Er war seit 1898 in der 3. Generation Direktor der familieneigenen Reederei Rickmers. Das Unternehmen war 1849 von seinem Großvater Rickmer Clasen Rickmers in Bremerhaven gegründet worden. In einer nicht ganz alltäglichen Wendung wurde RC Rickmers damals vom Schiffbauer und Werftbesitzer zum Reeder. Sein Unternehmen verwendete die Flagge der Nordseeinsel Helgoland mit einem R auf der Vorderseite. Seine Schiffe trugen die Farben der Flagge: Weiß in den Segeln und Grün und Rot auf dem Rumpf. Die Reederei machte damals ein Vermögen mit dem Import von Reis aus Ostasien, welchen sie in der firmeneigenen Reismühle verarbeitete. Das erste Schiff mit dem Namen „Paul Rickmers“ wurde 1876 gebaut, als ihr Namensvetter erst drei Jahre alt war. Über dieses Schiff sind nicht viele Einzelheiten bekannt, außer dass es eine hölzerne Bark mit drei Masten und einer Kapazität von 1.191 BRT (Bruttoregistertonne) war. Dieses Schiff ging verloren, als es 1895 versehentlich auf der Insel Timor strandete. Danach kaufte das Unternehmen den 1892 gebauten stählernen Viermast-Windjammer „Windermere“ mit einer Kapazität von 3.054 BRT und benannte ihn in „Paul Rickmers“ um. Die Karriere des Schiffes war kurz, denn 1902 ging es auf dem Rückweg von Bangkok nach Bremen verloren. Die nächste „Paul Rickmers“ – die hier abgebildet ist – wurde von der Reederei nach dem Tod ihres Namensvetters in Auftrag gegeben. Sie war ein modernes Stückgutfrachtschiff mit einem Dieselmotor und einer maximalen Kapazität von 7.910 BRT, das 1954-55 auf der firmeneigenen Rickmers-Werft in Bremerhaven gebaut wurde. In Anbetracht der Bedeutung, die der Transport von schweren Gütern in dieser Zeit hatte, wurde 1957 ein zusätzlicher Lastkran installiert, der bis zu 100 Tonnen heben konnte. Das Schiff hatte eine erfolgreiche, aber ereignislose Karriere, bis es 1982 zum Abwracken nach Hongkong verkauft wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte in der maritimen Logistik das Zeitalter des Containers begonnen. Und so war die nächste „Paul Rickmers“ ein Containerschiff mit einer Kapazität von 1.162 TEU (Standardcontainer), das 1993 auf der polnischen Werft Stocznia Szczecinska S.A. gebaut wurde. Sie wechselte häufig Betreiber und Namen, bis sie 2018 in Chittagong, Bangladesch, verschrottet wurde. Dieses erstaunliche Werftmodell des Schiffs aus dem Jahr 1955 wurde von der Werkstatt von Christel Stührmann im Maßstab 1:100 gebaut und ist auf Deck 6 des Museums ausgestellt.

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