Modell: Henriette Wilhelmine Schulte, später Irish Sea, Hong Qui 106 (1957)
| Objektart | Exponat |
|---|---|
| ID | 95787 |
| Schiffsname / Baubezeichnung | Henriette Wilhelmine Schulte, später Irish Sea, Hong Qui 106 |
| Reederei / Eigner / Marine | |
| Baujahr / Indienststellung | 1957 |
| Baunummer | 483 |
| Stapellauf | 22.08.1957 |
| Bauwerft | Flender-Werft.- Lübecker Flender Werke AG / Flender Werft AG, Lübeck |
| Land / Flagge | Deutschland |
| Schiffstyp | Stückgutfrachter |
| Über das Objekt | Das Stückgutfrachtschiff „Henriette Wilhelmine Schulte“ war die ältere von zwei Schwestern, die die Flender Werke AG in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre für die Reederei Schulte & Bruns baute. Das Unternehmen war 1882 in Papenburg gegründet worden und führte ein recht kompliziertes Dasein, bis die Krise der 1970er Jahre es 1977 in den Konkurs trieb. Die explodierenden Ölpreise und die Tatsache, dass das Unternehmen eine strikte Politik gegen die Verwendung von Billigflaggen verfolgte, machten es ihm unmöglich, den Turbulenzen dieser Zeit standzuhalten. Die Familien Schulte und Bruns, aus denen sich der Firmenname zusammensetzte, sind jedoch noch heute in der Schifffahrt aktiv. Die Schiffe waren schöne Beispiele dafür, was ein gutes Frachtschiff in den späten 1950er Jahren ausmachte: Ihre Kapazität betrug 12.920 DWT, sie war 149 Meter lang, 20 Meter breit und verfügte über einen 5.340 PS MAN-Zweitakt-Achtzylindermotor, welcher der „Henriette Wilhelmine Schulte“ eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 14 Knoten ermöglichte. Das einzige Problem, das sie für Nicht-Deutschsprachige hatte, war ihr langatmiger und komplizierter Name. Unsere Kollegen vom Schifffahrtsmuseum "Freunde Der Seefahrt" in Emden erzählen eine undatierte Anekdote über einen Lotsen, der das Schiff an einer Schleuse mit dem Funkspruch ankündigte (wir zitieren) "Das ist die "Henriet… Wilhe… dieses verdammte deutsche Schulte-Schiff!" Der Einfachheit halber wurde das Schiff für gewöhnlich einfach "HWS" genannt. Das blieb so, bis ihre Reederei die „Henriette Wilhelmine Schulte“ um 1973 verkaufen musste. Käufer war die Yick Fung Shipping & Enterprises Co. Ltd. mit Sitz in Mogadischu, Somalia, die sie in „Irish Sea“ umbenannte. Im Jahr 1975 wurde das Schiff erneut verkauft und von ihren neuen Eigentümern, der China Ocean Shipping Co. (ab 1983 COSCO), Kanton, China, in „Hong Qi 106“ umbenannt. Im Jahr 1984 ging sie in den Besitz der Regierung der Volksrepublik China (Bureau of Maritime Transportation Administration), Guangzhou (RC), über. Über ihr weiteres Schicksal ist uns nichts bekannt. Im Nachtrag zum Lloyds Register 1992/93 wurde sie gestrichen, weil es als fragwürdig galt, ob sie noch existierte. Ihr Originalmodell im Maßstab 1:100, das von der Werkstatt von Christel Stührmann gebaut wurde, befindet sich im Depot des Museums, weil das Werftmodell ihrer Schwester, der „Ilse Schulte“ bereits auf Deck 6 in unserer Abteilung über die Geschichte der modernen maritimen Logistik ausgestellt ist. |
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