IMMH

14. Juni 2021

Historische Speisekarten im Online Archiv

Heute stellen wir einen weiteren besonderen Bestand für alle Interessierten online: Die maritime historische Speisekarten. Insgesamt sind in diesem Bestand 153 ausgewählte Speisekarten mit insgesamt 363 Digitalisaten digitalisiert worden und nun online verfügbar

Historische Speisekarte für das 2. Frühstück auf dem Dampfer " Dresden" am Pfingstsonntag, den 04. Juni 1933. Online Archiv Internationales Maritimes Museum Hamburg.
Historische Speisekarte für das 2. Frühstück auf dem Dampfer ” Dresden” am Pfingstsonntag, den 04. Juni 1933.
Historische Speisekarte für das Mittagessen auf dem Dampfer „Lahn“ am 3.November 1900 auf der Reise Amerika – Asien – Australien.

Ein besonderes Objekt ist die Speisekarte für das Mittagessen auf dem Dampfer „Lahn“ am 3.November 1900 auf der Reise Amerika – Asien – Australien. Auf dem Speiseplan standen „Schildkrötensuppe“ (damals: unter Feinschmeckern als „Königin der Suppen“ bekannt), „Eierkuchen mit Parmesan-Käse“, „geschwungene Kalbsniere“ und „Wachteln auf gerösteten Brotschnitten“. Zum Dessert wurde „Apfelsinen-Auflauf“, „Baumkuchen“, Obst und „Kaffee mit Sahne“ gereicht. Die „Lahn“ war ein Passagierdampfer der „Flüsse“-Klasse, die meist zwischen Bremen und New York fuhr. Sie lief 1887 vom Stapel. Sie war der letzte Dampfer, den der Norddeutsche Lloyd im Vereinigten Königreich von der Werft Fairfield Shipbuilding and Engineering Co. Ltd. in Glasgow bauen ließ. 


Dampfer "Lahn" (1928), Norddeutsche Lloyd. Online Archiv Internationales Maritimes Museum Hamburg.
Der Dampfer “Lahn” (1928), Norddeutscher Lloyd. Bild: Online Archiv IMMH.

Historische Speisekarten: Gabelfrühstück vom 21.05.1928, Dampfer Stuttgart. Online Archiv Internationales Maritimes Museum Hamburg.

In den 30er Jahren wurde auf den Transatlantikreisen international gespeist: Die historische Speisekarte für das Gabelfrühstück des Dampfers „Stuttgart“ am 21. Mai 1928 präsentierte „Wiener Lungenbäuschl“, „gebackenes Kalbshirn“ oder „Amerikanische Küken-Pastete“. 


Die Speisen an Bord wurden thematisch an besondere Anlässe angepasst: Zum „Fest-Essen“ anlässlich des Überschreitens des Äquators am 19. Juni 1928 auf dem Dampfer „Werra“ wurde „Suppe von Haifischflossen“, „Walross-Schnitte nach Triton“ und „Seehund-Steak mit Gemüse aus Poseidons Garten“ angeboten. Dazu wurden die Gäste mit einem passenden Musikprogramm begleitet wie „Einzug in Neptuns Gefilde“ oder „Der verliebte Haifisch“ (siehe unten). 

Konzertprogramm am Bord der Dampfer "Werra". Historische Speisekarten: Online Archiv Internationales Maritimes Museum Hamburg.

Speisekarte des Galadiners zu Ehren von Prinz Heinrich von Preußen, dem Bruder des Kaisers, anlässlich des Stapellaufs der Yacht Meteor III am 20.02.1902 in New York. Historische Speisekarten: Online Archiv Internationales Maritimes Museum Hamburg.

Abgesehen von den, für heutige Verhältnisse, absurden Speisen, sind viele Speiskarten kleine Schmuckstücke: Die Speisekarte für das 2. Frühstück am 4. Juni 1933 auf dem Dampfer „Dresden“ ist mit einem edlen Goldrand versehen und einer einzig für diesen Anlass handgefertigten Zeichnung des Dampfers geschmückt. Entsprechend königlich gestaltet sich die Speisekarte des Dinners zu Ehren des Prinz Heinrich von Preussen am 26. Februar 1902 im Waldorf-Astoria in New York, die auf Seide gedruckt wurde. 

So erzählt jede maritime historische Speisekarten eine andere Geschichte und offenbart längst vergangene und vergessene Vorlieben beim Speisen.


Cover des Busches "Stories of Menu -Historische Speisekarten neu Interpretiert.

Die Sammlung historischer Menüs aus den Archiven wurde von Birgit Alterdeitering-Tiggeman recherchiert und eine Auswahl von Disher wurde von Heinz O. Wehmann neu interpretiert. Das Ergebnis ist im Koehlers Verlag als “Stories of Menu – Historische maritime Speisen neu interpretiert” erschienen. Das Buch ist in unserer Buchhandlung WEDE erhältlich.

31. Mai 2021

Wir sind wieder an Deck!

Endlich geht es wieder los! Die Museumspforten werden am Donnerstag den 3. Juni 2021 um 10:00 Uhr geöffnet. Wir blicken optimistisch in die Zukunft, sind dankbar für die Unterstützung, die wir von einigen von euch in diesen schwierigen Zeiten erhalten haben und haben sogar ein kleines Geschenk für die ersten 13 Personen, die das Museum nach der Wiedereröffnung besuchen werden.

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In der Zwischenzeit hat sich das Museums-Team hinter den Kulissen mit großem Elan auf die Wiedereröffnung vorbereitet. Trotz erschwerter Arbeitsbedingungen aufgrund der notwendigen Hygienemaßnahmen ist im Museum viel Neues entstanden. Die Dauerausstellung wurde gepflegt, verbessert und optimiert und unsere Besucher dürfen sich auf einige neue Highlights freuen. Die Sammlung Peter Tamm ist in der Zwischenzeit erweitert und ergänzt worden, die Aufarbeitung von neuen Exponaten ist aktuell im Gange und die Ergebnisse werden auf unseren Decks für Begeisterung sorgen.

Außerdem schreitet die Digitalisierung voran: die Datenbank ist jetzt Online abrufbar! Zudem bereiten wir mit Nachdruck die Sonderausstel­lung zum 150jährigen Jubiläum der Reederei Hamburg Süd vor. Die Eröffnung ist für Anfang November geplant. Es gibt also viele Gründe, sich auf den Weg zum Kaispeicher B zu machen und sich über die Veränderungen im Museum zu freuen.

Wir sind wieder am Deck! Das Foyer des Internationalen Maritimen Museum Hamburg empfängt ab den 3. Juni 2021 wieder Besucher.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei allen bedanken, die uns in diesen so schwierigen Zeiten mit ihren Spenden unterstützt haben. Wer uns in unserer Arbeit helfen möchte, findet alle Informa­tionen dazu auf der Website des Museums.

Selbstverständlich hat auch unsere Fachbuchhandlung WEDE im Foyer des Museums wieder geöffnet. Besuchen Sie die Buchhandlung von Montag bis Sonntag, zwischen 10:00 und 18:00 Uhr.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Wir bitten, aktuelle Regelungen für den Besuch des Museums einzuhalten. Alle Details finden Sie unten im Link.

13 kleine Geschenke

Die ersten 13 Eintrittskarten für Donnerstag, den 3. Juni sind bereits bezahlt. Die ersten 13 Besucher kommen nicht nur kostenfrei in die Ausstellung, sie erhalten dazu eine unserer Repliken die “Tamm I”. Das ist das Schiffsmodell, mit den Museumsgründer Prof. Peter Tamm seine Sammlung als Kind anfing. Diese Sammlung ist heute das Internationale Maritime Museum Hamburg. Diese Geschenke, Eintrittskarten und Repliken, kommen nicht direkt von uns, sondern von Peter aus Belgien, ein guter Freund des Museums.

Peter hat das IMMH vor einigen Jahren online entdeckt und hatte Pläne, uns mit seiner Familie zu besuchen. Er musste, wie wir alle, diese Pläne wegen der Pandemie verschieben. Er hat uns trotzdem in den vergangenen schwierigen Monaten stark unterstützt. Er hatte für die Wiedereröffnung des Museums eine besonders schöne Idee. Da er bereits für seine Familie Tickets fürs Museum online gekauft hat, hat er gleich 13 Eintrittskarten und 13 Repliken für unbekannte Besucher gekauft, um dem Museum viel Glück mit der Wiedereröffnung zu wünschen. Diese Aktion finden wir ehrlich sehr rührend.

Dankeschön, Peter! Wir freuen uns auf den Tag, an dem du mit deiner Familie nach Hamburg kommst, um uns zu besuchen!

Schiffsminiatur des "Tamm I", Internationales Maritimes Museum Hamburg.
Die “Tamm I”.

Wir sagen DANKE!

Das Internationale Maritime Museum Hamburg wird von der gemein­nützigen Peter Tamm Sen. Stiftung betrieben. Sie bewahrt die weltweit einzigartige Sammlung Peter Tamm, arbeitet sie auf und macht diese einmaligen Schätze der Öffentlichkeit zugänglich, um Jung und Alt die maritime Menschheitsgeschichte zu vermitteln. Der Betrieb des Museums und die zahlreichen Aktivitäten und Projekte, die damit ver­bunden sind, werden durch selbst erwirtschaftete Erträge und Spenden gedeckt.

Seit der Eröffnung durch Bundespräsident Horst Köhler im Juni 2008 hat sich das IMMH nicht nur zu einem der beliebtesten Hamburger Museen entwickelt, auch international genießt es hohe Anerkennung. Freunde der Schifffahrt und der maritimen Geschichte aus aller Welt besuchen den Kaispeicher B.

Die lange COVID-19 Pandemie hat die Stiftung in eine besonders schwierige Lage gebracht. Die verordneten Schließungen des Museums haben die für die Stiftungsarbeit und den Betrieb des Museums so wichtigen Erträge aus Eintrittsgeldern drastisch verringert. Darüber hinaus war die Vermietung der Event-Flächen, ein sehr wichtiges Standbein des Museums, nahezu unmöglich.

Umso mehr freuen wir uns über die große Solidarität und Unterstüt­zung, die uns in den zurückliegenden Monaten entgegengebracht wurde. Sowohl in Form von kleineren und größeren Spenden, als auch von Sachleistungen unserer langjährigen Dienstleister. Zum Beispiel die Fa. Deltron Elektronic, die unsere Sicherheitstechnik betreut, die Fa. Opländer, die für unsere Haustechnik verantwortlich ist, oder die Fa. S.H. Brandschutz, die dafür sorgt, dass kein Feuer ausbricht. Trane Technologies bemüht sich immer um ein gutes Klima, damit sich die Besucher wohlfühlen und die wertvollen Exponate geschützt sind.

Auch aus dem Bereich der Museumsstifter und des Freundeskreises gab es Unterstützung, über die wir uns sehr freuen. Jede Spende, egal wie groß, hilft uns weiter. Für Ihre Unterstützung sind wir Ihnen sehr dankbar!

Wir bemühen uns, unsere Arbeit wie bisher fortzuführen und span­nende neue Projekte für 2021 zu erarbeiten. Mit Ihrer Hilfe halten wir den Kurs!