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Sieben Kinder mit roten und grünen Rettungswesten stehen in einem Schiffssimulator vor drei Bildschirmen, umgeben von Holzbänken und maritimen Wandbildern.

Taufe des Schiffsführungssimulators für Kinder

Einmal ein richtiger Kapitän sein und eine Barkasse im gekonnten Slalom durch den Hamburger Hafen steuern – dieser Traum kann nun dank einer großzügigen Förderung durch die Hapag-Lloyd Stiftung wahr werden. Im Internationalen Maritimen Museum Hamburg in der Speicherstadt können Kinder nach den Sommerferien an einem Schiffsführungssimulator das Kommando übernehmen. Und zwar an Bord einer liebevoll von Museumsmitarbeitern gestalteten Holzbarkasse auf Deck 1. Im Rahmen einer stilechten Zeremonie wurde die Barkasse jetzt auf den Namen „Ursula“ getauft. Ursula Tamm, die Witwe des Museumsgründers Prof. Peter Tamm, ließ es sich nicht nehmen, den Festakt gemeinsam mit Kindern durchzuführen. Ehrensache, dass Rettungswesten getragen wurden. „Wunderbar, dass Fantasien erlebbar werden“, sagte Ursula Tamm. Neben guter Laune und viel Spannung gab es Kakao, Brause und Kuchen. Erste Kapitäne waren Antonia und ihr Bruder Constantin. Cool meisterten die Schüler die Premierenfahrt.

Ermöglicht wurde diese neueste Attraktion im Kaispeicher B von einem verlässlichen Partner des Museums: Die Hapag-Lloyd Stiftung übernahm die gesamten Kosten. Das Förderprojekt findet nun einen gelungenen Abschluss mit sehenswertem Resultat. Vorerst startet die Barkasse eine dreimonatige Werfterprobungsfahrt. Nach den Sommerferien sticht der Simulator für Kinder in See. Das Angebot richtet sich an Familien und Kleingruppen mit Kindern. Erwachsene Begleitpersonen sind erforderlich. Ab Herbst sollen Zeiten und Programm ausgebaut werden. Termine sind ab September der Website des Museums zu entnehmen. Der Betrieb des Simulators wird ausschließlich durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufrechterhalten. Das Museum sucht hier noch Nachwuchs.

Sieben Kinder mit roten und grünen Rettungswesten stehen in einem Schiffssimulator vor drei Bildschirmen, umgeben von Holzbänken und maritimen Wandbildern.

Roter Flüssiggastanker fährt quer über tiefblaues, leicht welliges Meer, Bug frontal, sichtbare Aufbauten und Decks, leichte Gischt, klarer Horizont.

100 Jahre Reederei John T. Essberger

100 Jahre Reederei John T. Essberger


In diesem Jahr wird die Hamburger Reederei John T. Essberger 100 Jahre alt. Ihr Gründer, John Theodor Essberger (1868-1959), erkannte den enormen Bedarf an Öl und Ölprodukten als Ersatz für Kohle. Folgerichtig machte er sich als Reeder selbstständig und wurde einer der Pioniere der deutschen Tankschifffahrt. Er machte dies mit solchem Erfolg, dass er bald als Deutschlands größter Privatreeder galt. Essberger investierte darüber hinaus in die Frachtschifffahrt und erwarb mit den Deutschen Afrika-Linien Linienfahrtrechte nach West-, Ost- und Südafrika. Nach seinem Tod übernahm seine Tochter, Liselotte von Rantzau (1918-1993), das Unternehmen und führte es mit Erfolg bis in die 1980er Jahre, um dann die Verantwortung ihren Söhnen, Dr. Eberhart und Heinrich von Rantzau, zu übertragen. Sie führten das traditionsreiche Familienunternehmen in die Moderne, konzentrierten sich auf die Tankfahrt als Kerngeschäft und weiteten den Chemikalientransport aus. Das Internationale Maritime Museum präsentiert ausgewählte Exponate zur Unternehmensgeschichte der Reederei Essberger in einer Sonderschau auf Deck 6.

Roter Flüssiggastanker fährt quer über tiefblaues, leicht welliges Meer, Bug frontal, sichtbare Aufbauten und Decks, leichte Gischt, klarer Horizont.

Plakat mit gemaltem Porträt zweier älterer Fischer in Ölzeug und Hüten, die aus einem Fenster blicken; darüber und darunter Titel und Ausstellungsdaten eingeblendet.

Zwischen Sturm und Stille

Zwei wettergegerbte Seeleute in Ölzeug und Fischerhüten blicken erwartungsvoll aus einem Schiffsfenster; darüber Museumslogos und ein Banner mit Ausstellungstitel.

Mit einer exklusiven Auswahl seiner hochkarätigen Kunstsammlung lädt das Museum Kunst der Westküste (MKdW) zu einem visuellen Segeltörn entlang der Westküste von Norwegen, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden ein. Als Zielhafen wird die wunderschöne Insel Föhr inmitten des UNESCO-Welterbes Wattenmeer angesteuert.

In ihren Gemälden und Ölstudien erzählen die Künstlerinnen und Künstler, darunter die berühmten Skagen-Malerer Anna und Michael Ancher, Peder Severin Krøyer und Laurits Tuxen, über die Gefahren auf hoher See, aber auch über Orte am Strand und in den Dünen, an denen man im Sommer die Zeit der „blauen Stunde“ genießt. Norwegische Kunstschaffende wie Kitty Kielland und Christian Krohg entführen die Betrachtenden hingegen in die rauen Küstenregionen des Nordens. An der niederländischen Küste schildern die Künstler, welchen Tätigkeiten die Fischer und ihre Familien nachgehen.

Das Besondere der Ausstellung ist das Zusammenspiel von historischer und zeitgenössischer Kunst: Die Fotografien von Trine Søndergaard und Corina Gertz sowie Volker Tiemanns Skulptur Die Welle bereichern den Dialog über „Meer & Küste“ mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Fragestellungen. Jochen Heins epochales Triptychon Nordsee zieht die Betrachtenden mit deren unbezwingbarer Urgewalt in den Bann.

Frau betrachtet in einer Galerie ein großformatiges, wellenbewegtes Meeresbild an weißer Wand, im Vordergrund läuft ein verschwommener Junge vorbei.

Das Museum Kunst der Westküste (MKdW)

Das gemeinnützige Museum Kunst der Westküste wurde im Jahr 2009 von dem Unternehmer Prof. Dr. mult. h. c. Frederik Paulsen gestiftet, dessen Familie aus Alkersum auf Föhr stammt. In der Mitte der Insel gelegen, hat es sich schnell zu einem Publikumsmagneten mit europäischer Strahlkraft entwickelt. Die museumseigene hochkarätige Gemälde- und Grafiksammlung konzentriert sich mit ihren über 1.000 Werken auf die Malerei der vier Nordsee-Anrainerstaaten Norwegen, Dänemark, Deutschland und die Niederlande im Zeitraum von 1830 bis 1930. Zeitgenössische Kunst – vor allem Fotografie – ist zudem ein wichtiger Teil der Sammlung. In Wechselausstellungen widmet sich das MKdW dem faszinierenden Themenspektrum „Meer & Küste“.


Plakat mit kalligrafischer Überschrift „G.T.S.“, dem Untertitel „Vielfalt einer künstlerischen Handschrift“, einer skizzenhaften Federzeichnung eines Schiffsinneren mit Takelage, Deck und Mast sowie dem Logo des Internationalen Maritimen Museums Hamburg und den Ausstellungsdaten 12.04.24–01.09.24.

G.T.S. – Vielfalt einer künstlerischen Handschrift

Zwei auf Stelzen stehende Boote: links dunkler Rumpf, rechts gelber Rumpf mit Namen EMMA, umgeben von Leitern, Holzplanken, Werkzeug und Strandgut.

Bis in die 1960er-Jahre hinein war die Zeichnung die Grundlage der Werbung. Einer der letzten großen Vertreter dieser Kunst in Deutschland war Günther T. Schulz. Als Werbeillustrator war er richtungsgebend und verstand es wie kaum ein anderer, das Lebensgefühl des jeweiligen Jahrzehntes zu Papier zu bringen. Eine intensive Zusammenarbeit verband ihn mit den Reemtsma Cigarettenfabriken, deren Bildsprache er drei Jahrzehnte lang prägte. Auch für den Axel Springer Verlag war er in großem Umfang tätig. Er entwickelte das erste BILD-Zeitungslogo. Mit seinen Initialen G.T.S. wurde er selbst zum Markenzeichen.

Günther T. Schulz war Werber von Beruf, seine Passion blieb jedoch das Zeichnen. Es war für ihn ein unverzichtbares Exerzitium und zugleich die Basis für seine Auftragsarbeiten. Sein Vielfältiges Lebenswerk umfasst neben Gebrauchsgrafiken und Buchillustrationen auch zahlreiche freie Arbeiten. Zwischen G.T.S. und dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg besteht eine facettenreiche Verbindung. Mit seiner Tätigkeit für den Axel Springer Verlag schlägt er eine Brücke zum Gründer dieses Hauses, Prof. Peter Tamm (1928-2016), der langjährige Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Zudem eint sie die Leidenschaft für das Maritime, das im Werk von G.T.S. über Jahrzehnte präsent ist. Das Maritime Museum Hamburg zeigt eine Auswahl aus dem Nachlass von Günther T. Schulz, den sein Enkel Nicolas Stampe in Hamburg bewahrt.

Ein großer weißer Wal rammt ein Walfängerboot; Matrosen stürzen in die stürmische See, im Hintergrund treiben Schiffswracks.

Die Ausstellung wurde durch die Unterstützung der Axel Springer Stiftung gefördert und von Erma Schmidt-Stärz und Nicolas Stampe kuratiert.

Plakat mit kalligrafischer Überschrift „G.T.S.“, dem Untertitel „Vielfalt einer künstlerischen Handschrift“, einer skizzenhaften Federzeichnung eines Schiffsinneren mit Takelage, Deck und Mast sowie dem Logo des Internationalen Maritimen Museums Hamburg und den Ausstellungsdaten 12.04.24–01.09.24.

Luftaufnahme eines weißen Frachtschiffs von hinten in tiefblauem Meer, zentriert; links Museumssignet, rechts oben Datumsangaben, unten Schriftzug 200 Jahre F. Laeisz.

200 Jahre Reederei F. Laeisz

Luftbild eines weißen Frachtschiffs auf ruhigem tiefblauem Meer; links Museumslogo, rechts Ausstellungsdaten und unten Schriftzug 200 Jahre F. Laeisz.

Alles begann 1824 in Hamburg mit einem Geschäft für Zylinderhüte. Daraus wurde in wenigen Jahrzehnten eine der bedeutendsten und heute ältesten Reedereien der Hansestadt Hamburg. Das Haus F. Laeisz unterhielt bald Schiffsverbindungen in die ganze Welt und beteiligte sich an der Gründung namhafter weiterer Reedereien, darunter die Hamburg Süd und die Hapag. Große Bekanntheit erlangte das Unternehmen für seine Flying-P-Liner, schnelle Segelschiffe, die noch bis in die 1930er Jahre vor allem in der Weizenfahrt nach Australien und die Route rund Kap Hoorn an die Westküste Südamerikas berühmt und bewundert wurden. Später stieg die Reederei groß in den Handel mit Bananen und anderen Kühlladungen ein. Heute setzt F. Laeisz voll auf Zukunft. Große Autofähren, Bulker und Gastanker prägen die Flotte. Immer wichtiger wird hierbei der Flüssiggastransport und für neue Generationen von Schiffen  moderne Dual-Fuel Antriebe und die Reduzierung ihres CO2-Ausstoßes. Die Zukunft, so ist man sich im Unternehmen sicher, wird Chemikalien wie Grünem Methanol und Grünem Ammoniak als Treibstoffe für große Seeschiffe gehören.


Plakat des Internationalen Maritimen Museums Hamburg mit einem stimmungsvollen Gemälde eines nebligen Hafens in Dämmerung, das Segel- und Dampfschiffe, einen rauchenden Schornstein und silhouettierte Seeleute zeigt; großer weißer Schriftzug

Spiegel der Welt

Dimmer Museumsraum mit warmem Holzboden, mehreren goldgerahmten Seestücken an dunklen Wänden und einem beleuchteten Gemälde eines Segelboots.

Das älteste Kunstwerk der Ausstellung ist annähernd 400 Jahre alt; das jüngste wurde 1892 gemalt. Die Sonderausstellung „Spiegel der Welt“ des Internationalen Maritimen Museums Hamburg (IMMH) wirft Schlaglichter auf Seestücke aus drei Jahrhunderten. Vom 8. Dezember 2023 bis 14. April 2024 spiegeln rund 50 Gemälde die politische und kulturelle Bedeutung des Meeres wider. Einige der historischen Werke sind erstmals öffentlich zu sehen.

„Wir wollen nicht nur maritime Kunst zeigen“, sagte Museumsvorstand Peter Tamm, „sondern diese mit dem politischen Rahmen der jeweiligen Zeit verknüpfen.“ Geburtsland der Seestücke, so die Bezeichnung, sind die Niederlande. Dort entstand Marinemalerei für das Bürgertum. Vorher wurden Aufträge meist von gut betuchten Mäzenen erteilt.

Kurator der Ausstellung ist Patrick Rivière. Der Kunsthistoriker ist ebenfalls verantwortlich für ein 100 Seiten starkes, zweisprachiges Ausstellungs-Booklet. Interessierte können zudem QR-Codes für nähere Einblicke in alle Bereiche der Ausstellung nutzen. Der Museums-Eintritt beinhaltet einen Besuch der Sonderausstellung.

Die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg

Die Ausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Hamburg Süd ist der vorläufige Höhepunkt einer umfangreichen Zusammenarbeit zwischen der Reederei und dem Museum.2019 wurde dafür eine Kooperation mit der Hamburger Reederei beschlossen. Ziel ist es, die Geschichte in Form einer Dauerausstellung der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Finanzierung der mehrjährigen Vorarbeiten und der Ausstellungen ist durch eine bedeutende Spende der Familie Oetker sichergestellt, in deren Eigentum sich die Hamburg Süd über acht Jahrzehnte befand. Schon Ende 2019 hat die Zusammenarbeit der Partner sichtbare Spuren hinterlassen. Damals gingen zwei „Schwergewichte“ der historischen Schiffsmodellsammlung der Hamburg Süd im Museum vor Anker. Die „Cap Arcona“ aus dem Jahr 1927 zählt ebenso wie die „Cap Polonio“ aus dem Jahr 1914 zu den wichtigsten historischen Schiffsmodellen weltweit. Für den Einzug der außergewöhnlichen Exponate in das Maritime Museum waren wegen einer Größe von 5,40 und 4,00 Metern Länge aufwendige Kranarbeiten über die Außenfassade des Museums erforderlich.

Neu hinzugekommen ist auch das Original-Werftmodell der „San Nicolas“ von Blohm & Voss aus dem Jahr 1897, das wie die anderen Modelle auf Deck 6 die Besucher fasziniert. Dort befindet sich ab Ende September auch eine Installation, die die Geschichte der Kühlschifffahrt anhand unterschiedlicher Schiffsmodelle erklärt. Die Installation entstand ebenfalls im Zuge dieser Zusammenarbeit zwischen Museum und Reederei.


Die Sonderausstellung „Hamburg Süd – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ wird vom 4. November 2021 bis zum 11. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.



Beleuchtetes historisches rotbraunes Backsteingebäude im Lagerhausstil am Wasser, mit Lichterspiegelung auf der Oberfläche

Deutschlands Staatsspitze zu Gast im Internationalen Maritimen Museum Hamburg

Wenn Hamburg Moin zu Deutschland sagt, darf das traditionsgemäß durchaus später am Tag sein. Unter diesem Motto setzten sich die Spitzen des Staates am Vorabend des 3. Oktober im Internationalen Maritimen Museum (IMMH) gemeinsam zu Tisch. Neben Speis und Trank wurden Informationen serviert. Im Blickpunkt stand die Hanse. Gastgeber im Kaispeicher B war Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Neben dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz standen führende Repräsentanten von Bundestag, Bundesrat, Bundesverfassungsgericht und den 16 Bundesländern auf der namhaften Gästeliste.

„Dass Einheit stark macht, ist historisch bewiesen“, sagte Museumsvorstand Peter Tamm am Rande des illustren Termins im IMMH. „Die Hanse als friedliches Bündnis ist ein starkes Beispiel.“ Auf dem Programm am Abend vor dem Tag der Deutschen Einheit stand auch ein Rundgang durch einen Teil der Ausstellung. Ein imposantes Beispiel aus der Vergangenheit der Freien und Hansestadt schwebt im Lichthof der Institution unübersehbar: ein 3,5 Meter langes Modell der „Wapen von Hamburg III“. Das mit 52 Kanonen bestückte Konvoischiff lief anno 1722 an der Elbe vom Stapel. Es schützte die Hamburger Handelsflotte vor Angriffen auf See. Auf Deck 2 des Internationalen Maritimen Museums sorgt die von Ingo Drössler gebaute Nachbildung einer Hanse-Kogge aus dem 14. Jahrhundert für Aufmerksamkeit. Vorlage des Modells ist ein altes Koggensiegel.


Ein beleuchteter Fußgängersteg führt über einen Kanal zu einem hohen roten Backsteingebäude mit turmartigen Erkern und vertikalen Lichtstreifen bei Nacht.

„Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“

Mit einer beeindruckenden Mehrheit der Nationalversammlung am 14. Juni 1848 in Frankfurt und einem Etat von sechs Millionen Talern begann vor 175 Jahren die Geschichte der deutschen Marinen. Nach dem Scheitern der ersten Flotte 1849 wurden nach und nach acht weitere gegründet. Sie spiegeln die Entwicklung, Fehlentwicklung und die Tragödien deutscher Geschichte wider.

Eine Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg widmet sich vom 16. Juni bis 5. November 2023 dem aktuellen Thema. Im Blickpunkt stehen Anspruch und Wirklichkeit dieser Marinen in unterschiedlichen Epochen. Ein Großteil der Exponate auf Deck 1 der Institution in der HafenCity wird erstmals gezeigt. Das Motto ist Programm: „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“.

Deutschland zur See

„Statt falscher Glorifizierung gibt es eine historische Einordnung und einen Überblick über fast zwei Jahrhunderte Seestreitkräfte in Deutschland“,

sagte Museums-Vorstand Peter Tamm bei der Präsentation der Ausstellungspläne. Dazu gehören neben Schiffsmodellen, Urkunden und kaiserlichen Flottentabellen ein Original der Gründungsurkunde der Parlamentsmarine von 1848, das Tagebuch eines Leutnants von anno 1862 sowie die Beschwerde eines „besonderen“ Kadetten aus dem Jahr 1866 an das Bordkommando der „Gazelle“. Gesetzblätter, Gästebücher, Gemälde und Fotos runden eine maritime Attraktion ab.

Weitere Schwerpunkte bilden die Bundesflotte von 1848/49, die Preußische Marine bis 1871 sowie die Kaiserliche Marine zwischen 1872 und 1914. Zuvor, im Frühjahr des Revolutionsjahrs 1848, hatte die konstituierende Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche den Start einer deutschen Marine beschlossen. Die erste gesamtdeutsche parlamentarische Versammlung ließ das Projekt „mit einer an Stimmeneinhelligkeit grenzenden Majorität“ als „Reichsinstitution“ vom Stapel – wie Chronisten festhielten.

Der Erinnerung an historische Tragödien, die mit der Marine des Kaisers, der Reichs- und Kriegsmarine und ihrem Anteil an zwei Weltkriegen verbunden bleiben, wird in der rund 300 Quadratmeter umfassenden Sonderausstellung Raum und Aufmerksamkeit zuteil. Seit 1990 dokumentiert die Deutsche Marine die Neuzeit im Bündnis – und im Frieden.

Zu den Exponaten aus der Anfangsperiode zählen das Bild des 1848 in Dienst gestellten Raddampfers mit Segeln („Preußischer Adler“) und die Korvette „Frankfurt“ der Bundesflotte von 1849. Einen historischen Überblick bietet das zur Ausstellung in einer Neuauflage veröffentlichte Buch des Autors Guntram Schulze-Wegener. Es trägt den Titel des Ereignisses im Maritimen Museum: „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“.

Die Ausstellungseröffnung

Am Vorabend der Ausstellungseröffnung luden der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christoph Kaack, der Deutsche Marinebund und das Maritime Museum zu einem gemeinsamen Empfang mit gut 400 Gästen, bei dem der Inspekteur der Marine das Grußwort sprach und einen Ausblick auf die zukünftige Strategie der Deutschen Marine gab.

„Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“. 16. Juni bis 5. November 2023. Internationales Maritimes Museum Hamburg, Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg. Täglich 10 bis 18 Uhr.

Der Museumseintritt beinhaltet einen Besuch der Sonderausstellung.

Die Sonderausstellung wurde gefördert von

Freundeskreis des IMMH e.V.

LOEWE MARINE GmbH & Co. KG

Mittler Report Verlag GmbH

WISKA Hoppmann GmbH

Das Buch „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“

Das Buch „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“ von Historiker Guntram Schulze-Wegener, erschienen im Mittler Verlag, informiert ausführlich über das Thema und ist im Museumsshop erhältlich.


Zwei beladene Containerschiffe der Reederei Hapag‑Lloyd im Hafen bei warmem Abendlicht; oben orange Banner mit Schrift „175 Jahre Hapag‑Lloyd“ und Ausstellungsdetails.

175 Jahre Hapag-Lloyd

Am 27. Mai 1847 wurde die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt Actien Gesellschaft (Hapag) gegründet. Die Erfolgsgeschichte der Reederei beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts mit der ersten großen Welle der europäischen Auswanderung nach Nordamerika und dem zunehmenden Fracht- und Packetverkehr (Post) mit den USA. Die Hapag war wegen ihrer soliden Geschäftspolitik, die stets vorrangig an Qualität gebunden blieb, gegen die nationale und internationale Konkurrenz erfolgreich. Man setzte weniger auf den Schnelldampferverkehr, sondern eher auf kombinierte Fracht- und Passagierschiffe, deren Kapazität beständig wuchs. Die wenigen schwimmenden Paläste der Hapag, wie die drei Schiffe der „Imperator“-Klasse, waren eher Prestigeobjekte. Kurz vor der Jahrhundertwende erreichte die Gesellschaft unter ihrem Generaldirektor Albert Ballin (1857-1918) die größte Tonnage aller Schifffahrtsgesellschaften.

Als Folge der beiden Weltkriege verlor die Reederei ihre gesamte Flotte. Zweimal musste sie ihren Schiffsbestand und ihre Liniendienste von Null an wieder aufbauen. Wie bereits nach dem Ersten Weltkrieg unternahmen die in einem konkurrierenden Miteinander stehende Hapag und der Norddeutsche Lloyd, Bremen, den Neustart nach 1950 größtenteils gemeinsam. Als gegen Ende der 1960er Jahre der Containerverkehr rasant anwuchs und hohe Investitionen in Container und neue Schiffe erforderte, bündelten beide Reedereien ihre Kräfte. 1970 fusionierten sie zur Hapag-Lloyd AG. Hapag-Lloyd hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich in ein international organisiertes, modernes, nachhaltig agierendes Unternehmen gewandelt. In ihrem Bestreben um Exzellenz ist sich die Reederei jedoch treu geblieben. Heute zählt der international vernetzte Unternehmensverbund eine Flotte von 250 Containerschiffen, ein jährliches Transportvolumen von zwölf Millionen TEU und über 13.000 Mitarbeiter in 129 Ländern.

Die Sonderausstellung

Das Internationale Maritime Museum Hamburg hat aus seinem Archiv faszinierende und teilweise noch nie öffentlich gezeigte Dokumente und Exponate zusammengestellt, um eine Sonderausstellung zu präsentieren, die der Geschichte einer Hamburger Institution würdig ist. Am Beispiel von Hapag-Lloyd wird die Geschichte der modernen Handelsschifffahrt deutlich. Sie reicht von der Auswanderung nach Nordamerika in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Globalisierung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Sonderausstellung „175 Jahre Hapag-Lloyd“ wird vom 31. Mai bis zum 18. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.

Presseinformationen

Zwei beladene Containerschiffe der Reederei Hapag‑Lloyd im Hafen bei warmem Abendlicht; oben orange Banner mit Schrift „175 Jahre Hapag‑Lloyd“ und Ausstellungsdetails.
Ausstellungsflur mit orangen Wänden und Portraits, am Ende Tafel '175 Jahre Hapag‑Lloyd' vor Containerschiffen und Hafenkränen im Abendlicht.

Ausstellungsraum mit gläsernen Vitrinen, in denen detailreiche Schiffsmodelle mit rot‑schwarzen Rümpfen stehen; große Fenster, Holzbalken und Holzfußboden sichtbar.

150 Jahre auf den Weltmeeren, am 4. November

Am 4. November, dem Gründungstag der Hamburg Süd, wird im Internationalen Maritimen Museum Hamburg die lang erwartete Sonderausstellung „HAMBURG SÜD – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ eröffnet. An diesem Tag ist das Museum von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.

Auf Deck 1 wird in fünf zeitlichen Abschnitten von der Gründung 1871 bis zur Gegenwart die Geschichte dieser bedeutenden Hamburger Reederei dargestellt. Präsentiert werden u.a. die Gründungsurkunde der Hamburg Süd, der Sondervertrag mit Kaiser Dom Pedro II von Brasilien aus dem Jahr 1888, verschiedene historische Schiffsmodelle, die die Entwicklung der modernen Handelsschifffahrt aufzeigen, bisher nie öffentlich gezeigte Gemälde, Plakate der unterschiedlichsten Passagierschiffsreisen aus vier Jahrzehnten, Fotoalben, Audio und Videomaterial und als „kleines“ Highlight die Geschichte der Hamburg Süd auf einem Zeitstrahl anhand von Miniaturschiffsmodellen im Maßstab 1:1250. Darunter auch eine Miniatur des Dampfers Rio, dem allerersten Schiff der Hamburg Süd Reederei, die unser Freund, der Miniaturkünstler Carlo Marquardt, speziell für diesen Anlass geschaffen hat.

Im Jahr 2019 hatten die Hamburg Süd und das IMMH eine Kooperation für die Erschließung und Präsentation der historischen Sammlung der Reederei beschlossen. Ziel dieser Kooperation ist es, die Geschichte der 1871 gegründeten Hamburg Süd anhand von Schiffsmodellen, Bildern, Plakaten und Schriftstücken sowie weiteren Exponaten als Dauerausstellung einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Die Sonderausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Hamburg Süd wird zehn Monate, bis zum 11. September 2022 im IMMH zu sehen sein. Sie wird begleitet durch regelmäßige Führungen, für die eine Anmeldung erforderlich ist. Anschließend geht die Ausstellung auf Reisen nach Südamerika, wo sie an geschichtsträchtigen Orten der Hamburg Süd in Argentinien und Brasilien zu sehen sein wird.

Ermöglicht wurden die mehrjährigen Vorarbeiten und die Ausstellungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg durch eine Förderung der Dr. August Oetker KG, Bielefeld. Die Hamburg Süd befand sich mehr als acht Jahrzehnte, bis zu ihrem Verkauf Ende 2017 an die dänische Maersk Gruppe, im Besitz der Familie Oetker.


Die Sonderausstellung „Hamburg Süd – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ wird vom 4. November 2021 bis zum 11. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.


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Fax: +49 (0)40 300 92 30-45
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