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Jan Porcellis

Jan Porcellis (1580/84-1632), Bewegte See mit Fregatten, zwischen 1620-32, Öl auf Holz, Internationales Maritimes Museum Hamburg, Inv. Nr. K-970
Jan Porcellis (1580/84-1632), Bewegte See mit Fregatten, zwischen 1620-32, Öl auf Holz, Internationales Maritimes Museum Hamburg, Inv. Nr. K-970

Bewegte See mit Fregatten, zwischen 1620-32

Das älteste Bild der Ausstellung stammt von Jan Porcellis, der zu den frühesten Vertretern der Marinemalerei überhaupt zählt und bereits zu Lebzeiten unter Künstlern hochgeschätzt war – sogar Rembrandt (1606-1669) besaß Arbeiten von ihm.

Kleinere Segler und Kriegsschiffe kämpfen gegen die bewegte See. Das Fischerboot im Vordergrund links zieht die Aufmerksamkeit des Betrachters an: Es wird von einem Lichtstrahl gestreift, der auf das Wasser fällt und die schäumenden Wogen erhellt. Dieses Licht lässt das Boot plastisch erscheinen, und die Menschen an Bord sind deutlich zu erkennen. Hell-Dunkel-Kontraste charakterisieren das Bild, die Farbpalette ist auf graubraune Töne reduziert. Einzig die holländischen Flaggen sind Farbtupfer. Der kurze Wellenschlag sowie die fernen Küstenstreifen gehören zu den typischen Merkmalen der holländischen „Aquae interiores“.

In den zwanziger Jahren des 17. Jahrhunderts vollzieht sich in der Marinemalerei ein Wandel von reichfarbigen, erzählenden Dokumentationen zu einem schlichteren Bildaufbau. Die korrekte Wiedergabe der Natur steht nun stärker im Fokus. Der Pinselstrich wird lockerer und sichtbarer, wodurch eine Beweglichkeit auf der Leinwand und somit eine kraftvollere Stimmung entsteht. Jan Porcellis war einer der ersten, der in seinen „zinnfarbenen“ Seestücken die wirklichkeitsbezogene Sicht der holländischen Malerei umsetzt. Er ist wahrscheinlich Schüler des Begründers der Marinemalerei, Hendrick Cornelisz. Vroom (um 1563–1640) und gilt als der Pionier der sogenannten „tonalistischen“ Marinemalerei, die mit einer kleineren Farbpalette und feineren Farbabstufungen arbeitet.