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Sonderausstellung

KUNST IM CHAOS

Der Hamburger Hafen in Fotos von Heinrich Hamann,1945-1947

Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg

30. März bis 14. May 2017.

Sie stellen eine Dokumentation der Zerstörung dar, zugleich ist ihre künstlerische Qualität aber von herausragender Bedeutung. Jene Aufnahmen, die der Berufsfotograph Heinrich Hamann im Auftrag der britischen Besatzungsbehörden ab Ende Mai 1945 im Hamburger Hafen anfertigte, sind faszinierend komponierte Bildzeugnisse einer düsteren Trümmerlandschaft.

Der Blick wandert zwischen ausgebrannten und geborstenen Werftgebäuden, halbversunkenen Schiffen, die manchmal nur noch als Umriss oder am aus dem Wasser ragenden Schornstein erkennbar sind, und seltsam verbogenen Krangerüsten hin und her. Es sind Stillleben in schwarz/weiß von einem im jahrelangen Bombenkrieg verwüsteten, ehemals quirligen Hafen, der der vollständigen Zerstörung durch Hitlers irrsinnigen Befehl der „Verbrannten Erde“ um Haaresbreite entgangen war, aber Demontage und Reparationen noch entgegen sah. Hamann klagt nicht an – er dokumentiert die sichtbare Realität, so, wie er es in seinem Berufsleben immer getan hatte. Denn er bevorzugte stets die Fotographie plein air, Bilder der hamburgischen großstädtischen Lebens- und Arbeitswelten, der Schiffe, des Hafens. Er muss Schiffe geliebt haben, auch nach ihrer Zerstörung in einem sinnlosen Krieg bleiben sie seine Objekte.

Die Glasplattennegative im Format 18 x 24 entstanden unter schwierigsten Bedingungen. Aber Hamann sollte auf seine eigene Weise dennoch mehr als nur eine simple Aufnahme der Schäden und der anschließenden Wiederaufbauleistungen schaffen. An diesen Aspekt seiner „Kunst im Chaos“ will die Sonderausstellung im Maritimen Museum in erster Linie anknüpfen.

In zweiter Linie hat es einen besonderen Reiz, die Orte, an denen Heinrich Hamann damals mit seiner Plattenkamera lichtbildnerisch tätig war, erneut zu besuchen und jene Veränderungen, die im Laufe von 70 Jahren im Hafen stattgefunden haben, mit der Digitalkamera fortzuschreiben.

Gezeigt werden ausgewählte Aufnahmen aus dem fotographischen Nachlass von Heinrich Hamann im Großformat 110 x 82 sowie Aufnahmen des Hamburger Fotographen Ottmar Heinze als digitale Graphiken.

Die Ausstellung ist ab 30. März auf Deck 1 des Museums zu sehen und im Eintrittspreis enthalten.

 

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