IMMH

Pressetexte

Sonderausstellung

„Von Harburg nach Finnland“

Die Pionier-Landungs-Kompanie und ihr Einsatz im 1. Weltkrieg
Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg,
vom 21. September bis zum 15. November 2017.

Es ist eine sehr ungewöhnliche Sonderausstellung, die das Internationale Maritime Museum ab 21. September präsentiert. Sie zeigt einen ebenso kleinen, wie interessanten Ausschnitt des Ersten Weltkrieges, der nahezu unbekannt ist. Obwohl kein Marinestandort, spielte der Hamburger Hafen dabei eine wichtige Rolle. Denn in der Garnison Harburg wurde 1915 eine Landungs-Pionier-Kompanie aufgestellt. Sie übte anfangs mit flachgehenden Landungsbooten, sog. Pferdebooten, die Landung von Truppen an offenen Küsten. Als Übungsraum diente die Elbe bei Cranz.

Die Aufgaben der Kompanie waren vielfältig und der Hamburger Hafen oft der Ausgangspunkt. Im September und Oktober 1917 führte sie die Beteiligung am Unternehmen Albion, einer am-phibischen Landungsunternehmung des Deutschen Reiches, auf die baltischen Inseln Ösel, Dagö und Moon. Auch beim Finnischen Freiheitskrieg leistet sie Unterstützung. Außerdem wurden bei einigen Aktionen der „Pilako“ (Pionier-Landungs-Kompanie) Hamburger Hafenschuten und Motorboote der Handelsschifffahrt mit der Eisenbahn zum Einsatzort transportiert und dort eingesetzt.

Die Pionier-Landungs-Kompanie aus Harburg war die einzige Heeres-Einheit, die während des Krieges eng mit der Kaiserlichen Marine zusammen gearbeitet hat. Sie verbrachte viel Zeit auf Hilfsschiffen der Marine, außerdem waren alle Angehörigen dieser selbständigen Einheit ehemalige Seemänner oder stammten aus verwandten Berufen.

Der Kurator der Ausstellung, Ulrich Schiers, konnte zahlreiche Briefe und Fotos eines Vizefeld-webels dieser Einheit auswerten. Dadurch und auch durch andere Dokumente von anderen Zeitzeugen, erhält diese Ausstellung eine ganz besondere menschliche Note, die es zuvor wohl kaum jemals gegeben hat. Hinzu kommen zahlreiche Archivalien und Fotos aus dem Archiv des Muse-ums für diese Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum. Neben bisher noch nie gezeigten Exponaten aus dem Magazin des IMMH, dem Stadtmuseum Harburg und dem Muse-um für Hamburgische Geschichte wird die Ausstellung auch von einigen Museen und privaten Sammlern aus Finnland unterstützt.

Mit Finnland verband Prof. Peter Tamm viele Jahre eine enge Freundschaft. Bereits 2003 zeigte sein Wissenschaftliches Institut für Schifffahrts- und Marinegeschichte gemeinsam mit der John Nurminen-Stiftung in Helsinki eine sehr beachtete Gemäldeausstellung.
Professor Tamms Maxime „Die Zylinder brechen den Konflikt vom Zaun und die Helme müssen es ausbaden“, zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Durch die zahlreichen Briefe des Vize-Feldwebels Karting an seine spätere Frau Käthe Kramer aus Cranz, ließ sich nicht nur die Tätigkeit der „Pilako“ bis zum Ende des Krieges verfolgen, der Besucher erfährt auch einige intime Empfindungen und Erlebnisse. Hinzu kommen Berichte von Zeitzeugen aus Zeitungen und anderen Veröffentlichungen.

 

Der Kurator / Autor

Ulrich Schiers war lange als Restaurator am Wehrgeschichtlichen Museum in Rastatt tätig, wo er ab 1976 etliche Artikel in Fachzeitschriften veröffentlichte und an zahlreichen Ausstellungskatalogen mitwirkte. Er war an der Konzeption vieler Sonderausstellungen beteiligt und stand den Produzenten verschiedener TV-Filme beratend zur Seite. Ab 1990 war er in einem Militaria-Auktionshaus angestellt, in dem er später Auktionator und Teilhaber wurde. Von 1998 bis 2007 arbeitete er als Sachverständiger der IHK zu Lübeck für Europäische militärische Kopfbedeckungen, Uniformen und Blankwaffen.

Zwischen 2001 und 2007 kuratierte er Ausstellungen für diverse Thüringer Museen. Ab 2004 war Ulrich Schiers wissenschaftlicher Mitarbeiter für das 2008 eröffnete Internationale Maritime Museum Hamburg. Dort war er bis zu seiner Pensionierung 2009 zuständig für alle militärischen Objekte, für Planung und Aufbau des Decks 4, „Zeughaus der Geschichte“. Auch nach seiner Pensionierung arbeitet er noch für verschiedene Museen und initiierte Ausstellungen in Rendsburg, Kiel und Rastatt.

Pressekontakt:

Internationales Maritimes Museum Hamburg
Babette Teichmann
Koreastraße 1, HafenCity
20457 Hamburg
+49(0)40 300 92 30-12
b.teichmann@imm-hamburg.de

 

Pressebilder

 

Zum Archiv.

 

Bereitgestellte Texte sind nur zum privaten Gebrauch und für journalistische Zwecke. Für andere Nutzung ist eine schriftliche Genehmigung durch das IMMH erforderlich.