IMMH

8. Juli 2021

Decks- und Kabinenpläne im Online Archiv

Mit der Sammlung von Decks- und Kabinenpläne aus dem Archiv des Museums haben wir kürzlich unser digitalisiertes Online-Archiv aktualisiert. Diese neuen Dateien gewähren einen faszinierenden Einblick in das Goldene Zeitalter der transozeanischen Schiffsreisen. Diese Dokumente dienten der Werbung für die Schiffe und halfen den Passagieren bei der Orientierung an Bord. Heute sind sie wunderschöne historische Quellen, um zu verstehen, was es bedeutete, über einen Ozean zu dampfen, um einen neuen Kontinent zu erreichen.

Decks- und Kabinenpläne der Oceanliner Mauretania der Cunard Line aus den Online Archiv des Internationalen Maritimen Museum.
Quelle: Decks- und Kabinenpläne der Ocean Liner „Mauretania“ (R-1-5004)

In diesem Monat möchten wir weiter Digitalisate für Interessierte online in unserem Online Archiv zur Verfügung stellen: Die Decks- und Kabinenpläne. 

In diesem Bestand wurden zu 115 ausgewählten Objekten insgesamt 286 Digitalisate erstellt, die nun im Online Archiv unter “Reise auf See” recherchierbar und für jeden Besucher einsehbar sind. 

Der Decks- und Kabinenplan gehört zu jeder Kreuzfahrt dazu. Hier sind nicht nur die Kabinen für die Unterbringung beschrieben sondern weisen dem Passagier auch den Weg: zum Damensalon, zum Rauchersalon oder auch zum Sportdeck. Dem Passagier wird die Orientierung auf dem Schiff Schritt für Schritt näher gebracht. So sind Grundlagen wie Backboard und Steuerboard erklärt und fast schon künstlerische Zeichenerläuterungen der Ausstattungen und Details einer Kabine präsentiert: 

Decks- und Kabinenplan des Doppelschrauben-Motorschiff „Cordillera“ (R-1-2035) auf den Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Quelle: Decks- und Kabinenplan des Doppelschrauben-Motorschiff „Cordillera“ (R-1-2035)

Die Reedereien zeigten natürlich auch mit fotografischen Aufnahmen auf Ihren Plänen die Annehmlichkeiten der räumlichen Ausstattung ihres Kreuzfahrtschiffs – so präsentiert die Cunard Line den eleganten Raucherraum der „Mauretania“, die damals mit ihrer Größe neue Maßstäbe der Kreuzfahrt gesetzt hat. Die Innenausstattung der „Mauretania“ zeichnete sich vor allem durch dunkle Hölzer ab, welche ein konservatives britisches Flair erzeugen sollte. Die Preise für eine Außenkabine auf der Überfahrt von Liverpool bis New York auf dem A-Deck schwankten 1911 zwischen 90 bis 150 Pfund pro Nacht und Person. Dafür hatten die Passagiere den Luxus eines eigenen Bads und einer eigenen Toilette. 

Decks- und Kabinenpläne der Ocean Liner „Mauretania“ (R-1-5004). Luxuriöser Rauchersalon. Online Archiv des Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Quelle: Decks- und Kabinenpläne der Ocean Liner „Mauretania“ (R-1-5004)

In vergangenen Zeiten konnte das Reisen mit einem sogn. „Oceanliner“ eine luxuriöse Angelegenheit sein. Neben großen Sonnendecks, Schwimmbädern, Tennisplätzen, Frisörsalons konnten Passagiere in der Ersten Klasse entspannte Tage verbringen. In der „First Class“ der S.S. „Hamburg“ konnte eine geräumige Suite in den Sommermonaten ab 1.035 $ für eine Personen gemietet werden. 

“No bedroom in the First Class of the “Hamburg” is below Deck D, or less than three full decks above the water line and every bedroom is measurably within that favored area known as amidship. […] 

In these bedrooms one doesn´t “turn in” as on the shelves or berths of other days; one goes into a wide, full-length bed. […] 

Room dimensions have become generous, wardrobes spacious. […]“ 


„Kein Schlafzimmer in der Ersten Klasse der „Hamburg“ liegt unter Deck D oder weniger als drei volle Decks über der Wasserlinie und jedes Schlafzimmer befindet sich messbar in jenem bevorzugten Bereich, der als Mittschiff bekannt ist. […] 

In diesen Schlafzimmern “dreht man sich nicht um” wie in den Regalen oder Kojen anderer Tage; man geht in ein breites, durchgehendes Bett. […] 

Die Raummaße sind großzügig geworden, die Schränke geräumig. […]“ 

Decksplan der 1. Klasse des Dampfer „Hamburg“ (1930, R-1-2047).
Prospekt mit Decks- und Kabinenpläne der S.S. „Hamburg“ (1930, R-1-2047) aus den Online Archiv des Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Quelle: Prospekt mit Decks- und Kabinenpläne der S.S. „Hamburg“ (1930, R-1-2047). 
Quelle: Prospekt mit Decks- und Kabinenpläne der S.S. „Hamburg“ (1930, R-1-2047). 

Jeder Plan kann interessante Details beinhalten. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man zum Beispiel das der „Barbier“ an Bord des Doppelschraubenpostdampfers „Hamburg“ zwischen der Touristenklasse und der 1. Klasse unterschieden wurde. 

Decksplan des Doppelschraubenpostdampfer „Hamburg“ (R-1-2036) im Online Archiv des Internationales Maritimes Museum Hamburg.
Quelle: Decksplan des Doppelschraubenpostdampfer „Hamburg“ (R-1-2036)

Die Kajüte des Kapitäns befand sich in der Regel auf höheren Decks (in folgendem Beispiel hinter dem Steuerhaus) und war komfortabel und großzügig eingerichtet. So hatte der Kapitän, seinem Rang entsprechend, sein eigenes Schreibzimmer, Wohnzimmer, Bad sowie ein Kartenzimmer. 

Decksplan des Doppelschraubenpostdampfer „Hamburg“ (R-1-2036) im Online Archiv des Internationales Maritimes Museum Hamburg.
Quelle: Decksplan des Doppelschraubenpostdampfer „Hamburg“ (R-1-2036).

“[…] Regret rather than relief finds expression as the ship nears her destination – when the hour approaches to make ready to go ashore. It is not going too far to say that nowhere is life quite so free from care, so well ordered, as on a transatlantic passenger steamer. 

And so, today, a voyage is as long as it seems. Many a traveler who used to endure five or six days on the Atlantic as best he could, now thinks a longer crossing ends all too soon. […]” 


„[…] Eher Bedauern als Erleichterung kommt auf, wenn sich das Schiff seinem Ziel nähert und die Stunde naht, um sich für den Landgang bereit zu machen. Es geht nicht zu weit zu sagen, dass das Leben nirgendwo so sorglos, so geordnet ist wie auf einem transatlantischen Passagierdampfer. 

Und so ist heute eine Reise so lang, wie sie zu sein scheint. Mancher Reisende, der früher fünf oder sechs Tage auf dem Atlantik ertragen hat, so gut er konnte, meint nun, eine längere Überfahrt sei allzu schnell zu Ende. […]“

Quelle: Decksplan der 1. Klasse des Dampfer „Hamburg“ (1930, R-1-2047).

Die Digitalisierung der Bestände des IMMH ist Gefördert von: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Beaftragte Bundesregierung Kultur Medien Förderung Digitalisierung
Die Wapen von Hamburg III Teil der Sammlung Peter Tammim Internationalen Maritimen Museum Hamburg auf Deck 2 fehlt bei keine Führung in die Ausstellung. Fügrungen für Gruppen. Museumsführungen.

23. Juni 2021

Die Museumsführungen sind zurück!

Die Museumsführungen sind zurück! Die weiteren Öffnungen nach der Sperrung erlauben es uns, ab dem 1. Juli wieder Führungen für Gruppen durch das Internationale Maritime Museum Hamburg anzubieten. Das sind gute Nachrichten für uns, aber vor allem für unsere Besucher, die unsere Ausstellung noch intensiver erleben wollen.

Die Wapen von Hamburg III Teil der Sammlung Peter Tammim Internationalen Maritimen Museum Hamburg auf Deck 2 fehlt bei keine Führung in die Ausstellung. Fügrungen für Gruppen. Museumsführungen.

Ab dem 1. Juni 2021 sind die Museumsführungen zurück. Wir nehmen die Buchung von Führungen für Besuchergruppen und Schulklassen bis zu 10 Personen über den Museumsdienst Hamburg wieder auf. Die Liste der buchbaren Führungen finden Sie auf unserer Website.  Die Besucher müssen sich an die aktuellen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen halten, aber wir haben alle Maßnahmen ergriffen, um die Führungen zu einem tollen Erlebnis zu machen. Wir hoffen, dass sich die Situation weiter verbessert, so dass wir unsere Aktivitäten, die auch das Basteln beinhalten, wieder anbieten können.

Auch die öffentlichen Führungen sind wieder da. Im Juli und August werden wir jeden Dienstag um 11 Uhr und jeden Donnerstag um 15 Uhr Führungen durch das Museum anbieten. Um daran teilzunehmen, müssen sich unsere Besucher nur an der Museumskasse anmelden und einen Unkostenbeitrag von 3€ pro Erwachsenen oder 6€ pro Familie (zzgl. Museumseintritt) bezahlen. Mit der gleichen Prozedur können Sie an unserer Highlight-Tour jeden ersten Sonntag im Monat um 12 Uhr und an unserer speziellen englischsprachigen Tour jeden ersten Dienstag im Monat um 12:30 Uhr teilnehmen.

Sie suchen nach einem realistischeren Schifffahrtserlebnis? Wie wäre es mit einer Fahrt mit unserem Schiffsführungssimulator? Auch der ist wieder da! Fahrten können wieder für Gruppen gebucht werden. Außerdem bieten wir jeden Mittwoch und Sonntag öffentliche Fahrten mit dem Simulator an. Die öffentlichen Fahrten beginnen um 13 Uhr und um 14:30 Uhr. Besucher, die daran teilnehmen möchten, müssen sich nur an der Kasse anmelden und einen Unkostenbeitrag von 5€ pro Erwachsenen und 10€ pro Familie (zzgl. Museumseintritt) bezahlen. Die öffentlichen Fahrten sind so getaktet, dass jeder Teilnehmer, der möchte, einen Moment am Steuer des Schiffsführungssimulators stehen kann.

Ihre Kinder wollen ihren Geburtstag auf die maritimste Art und Weise feiern? Während wir unsere Maritimen Geburtstage nicht im Haus veranstalten können, bieten wir wieder unsere “Störtebecker Rallyes” an. Dabei handelt es sich um eine spannende Schatzsuche in der Umgebung des Museums, die sich besonders für das hoffentlich schöne Wetter der nächsten Monate eignet.

Wir vom Internationalen Maritimen Museum Hamburg sind überglücklich, dass die Führungen wieder stattfinden und hoffen, dass Sie uns besuchen kommen, um sie zu genießen!